Die öffentlich-rechtliche italienische TV-Anstalt RAI schlittert immer tiefer in die roten Zahlen. 2012 betrugen die Verluste 250 Millionen Euro, berichtete die Mailänder Wirtschaftszeitung „Sole 24 Ore“ am Donnerstag. Im laufenden Jahr ist wegen den sinkenden Werbeeinnahmen, die unter die Schwelle von 740 Millionen Euro fallen dürften, mit weiteren Verlusten zu rechnen. Auch die Verschuldung dürfte weiterhin wachsen, verlautete aus Unternehmenskreisen.

Mit einem neuen Plan für die Jahre 2013-2015 hofft die RAI im kommenden Jahr die Gewinnschwelle zu erreichen. Dies soll mit Ausgabenkürzungen, sowie mit der Entwicklung neuer Programme, Digitalisierung und Synergien erfolgen, hieß es. Derzeit beschäftigt die RAI 11.583 Personen.

Einziger Trost: Auch der schärfste Konkurrent, die private TV-Gruppe Mediaset von Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi, musste 2012 erstmals seit ihrer Gründung rote Zahlen hinnehmen. Die Verluste betrugen 287 Millionen Euro. Für das Jahr davor hatte das Unternehmen noch Gewinne von 225 Mio. Euro gemeldet. Der Umsatz 2012 sank um 12 Prozent auf 3,72 Mrd. Euro.