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Thread: ORF unter Sparzwang

  1. #1
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    ORF unter Sparzwang

    Der öffentlich-rechtliche Rundfunk muss nicht nur in Deutschland kräftig sparen, sondern auch in Österreich. Allein im kommenden Jahr muss der ORF seine Ausgaben um mehr als 75 Millionen Euro reduzieren.

    Der Österreichische Rundfunk muss den Gürtel in Zukunft deutlich enger schnallen, denn die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt muss ihre Ausgaben allein im kommenden Jahr um 76 Millionen Euro senken, wie "Der Standard" am Dienstag auf seinem Online-Portal berichtete. Grund für diesen Einschnitt ist dabei das Ende der Gebührenabgeltung, die besagt, dass die Mittel, die dem ORF durch Gebühren-Befreiungen entgehen, aus der Staatskasse kompensiert werden. Da diese Regelung ab 2014 nicht mehr gilt, muss der ORF ab kommenden Jahr mit deutlich weniger Geld wirtschaften.

    Wie sich der harte Sparkurs auf die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt genau auswirken wird, scheint dabei schon festzustehen. 20 Millionen Euro sollen durch Kürzungen beim Personal eingespart werden, weitere zehn Millionen Euro sollen durch eine schmalere Aufstellung der Landesstudios hinzukommen. Mit 35 Millionen Euro fällt der Einschnitt bei österreichischen Prosuktionen fürs Programm am Größten aus. Letztlich sollen ORF 3, Hörfunk und Technik in ein noch engeres Ausgabenkorsett gesteckt werden.

  2. #2
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    Kahlschlag statt Braunschlag?

    Der ORF kann nicht mit einer Verlängerung der Gebühren-refundierung rechnen. Der am Dienstag präsentierte Finanzrahmen 2014 bis 2017 verschreibt sich der „Fortschreibung der bisherigen Ausgabenobergrenzen, darauf haben sich SPÖ und ÖVP geeinigt. Und die Refundierung der Gebühren an den ORF endet laut gültigem ORF-Gesetz 2013. Für 2014 können damit keine Mittel budgetiert werden.

    Nach außen gibt sich der ORF gelassen, doch die geplanten Maßnahmen bei endgültigem Wegfall der Refundierung hätten es in sich und treiben die Gegner regelrecht auf die Barrikaden. Droht der ORF doch mit Maßnahmen wie die Schließung des RadioKulturhauses, das Ende von ORF Sport +, Kürzungen bei ORF III, weitere Einsparungen bei Ö1, die Schließung von Korrespondentenbüros, eine Reduktion des Entwicklungsbudgets oder auch Einsparungen bei Produktionen für Kritiker alles Dinge, mit denen der ORF überhaupt erst seine Gebühreneinnahmen von rund 600 Mio. € rechtfertigt. Müsse gespart werden, dann solle der ORF dies vor allem bei jenen Programmteilen tun, wo er nach deren Meinung in ohnehin „privaten Bereichen wildert.

    Neben den angedachten Einsparungen hat der ORF angekündigt, weitere Mitarbeiter über den ohnedies geplanten Abbau kündigen zu müssen, falls die Refundierung nicht verlängert würde.

    Kritik an den vor allem inhaltlichen Sparmaßnahmen kommt auch von der heimischen Film-industrie. Diese befürchtet, dass das Auslaufen der Gebühren-refundierung hundertprozentig auf ihrem Rücken ausgetragen wird. Daher wollen die Filmschaffenden „noch in dieser Legislaturperiode aus der „Geiselhaft des ORF befreit werden, wie es der langjährige Haneke-Produzent Veit Heiduschka am Mittwoch nannte. Die Filmemacher fordern vom Gesetzgeber deshalb, mindestens 20% der ORF-Gebühreneinnahmen für österreichische Programminhalte gesetzlich zweckzuwidmen.

    „Dass öffentlich-rechtliches Programm nicht aus dem Ankauf billiger ausländischer Meterware besteht, hat bereits die Medienbehörde ‚KommAustria festgestellt; der ORF zieht daraus nicht die richtigen Konsequenzen, so Heiduschka. „Warum konzentriert man sich nicht endlich auf die Kernaufgabe, nämlich ausreichend gutes Fernseh- und Radioprogramm herzustellen, so „Braunschlag-Produzent David Schalko etwa.

    Die Branche spricht von einem drohenden „Kahlschlag, da der ORF die Mindereinnahmen an den genau falschen, nämlich öffentlich- rechtlichen, Stellen sparen wolle.

  3. #3
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    ORF-Gebührenrefundierung: ORF-Zentralbetriebsrat empört über Aus

    Den Mitarbeitern des ORF droht angesichts des angekündigten Aus der Gebührenrefundierung der Kragen zu platzen. „Das Limit ist überschritten, und die Geduld der Belegschaft ist inzwischen mehr als ausgereizt“, so der Tenor einer Resolution, die die ORF-Zentralbetriebsräte am Montag beschlossen haben. Am Nachmittag fand eine gemeinsame Sitzung des Zentralbetriebsrats mit ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz und Finanzdirektor Richard Grasl statt, bei der es dem Vernehmen nach zu heftigen Diskussionen kam.

    Die Empörung der Belegschaftvertreter richtet sich nicht nur gegen die Politik, die „anstatt den ORF endlich auf eine solide Finanzierungsbasis zu stellen, offenbar auf wahlpopulistische Strategien“ setzt. Auch die ORF-Geschäftsführung wird aufgefordert, „dringend alle Schritte zur Sicherstellung der zukünftigen Finanzierung zu setzen“. Die Zentralbetriebsräte warnen zudem „explizit vor bereits öffentlich verkündeten 'Drohszenarien' den Mitarbeiterinnen gegenüber“, heißt es in der der APA vorliegenden Resolution.

    Neben dem ohnedies bereits beschlossenen Abbau von 250 weiteren Arbeitsplätzen bis 2016 bedeute der Wegfall der Refundierung, dass noch weitere ORF-Mitarbeiter ihren Job verlieren könnten, so die Zentralbetriebsräte. Ein weiteres Aushungern des Unternehmens, weitere Personal- und Budgetreduktionen würden zwangsläufig aber die Erfüllung des ORF-Programmauftrags verunmöglichen. Die medienpolitischen Entscheidungsträger werden daher „in aller Eindringlichkeit“ zum Umdenken aufgefordert.

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