Zwar brachte der Stiftungsrat am gestrigen Donnerstag im ORF erneut klare Forderungen nach der Fortsetzung einer Gebührenrefundierung, dennoch denkt man beim öffentlich-rechtlichen Sender bereits laut über mögliche Konsequenzen angesichts eines Ausfalls nach. „Niemand kann ernsthaft glauben, dass bei 30 Millionen Euro weniger Geld das Angebot gleich bleiben kann“, erklärte ORF-Finanzdirektor Richard Grasl im Gespräch mit den führenden Bundesländerzeitungen. Konkret zur Disposition stellte er u.a. die Formel-1-Rechte sowie das Radiosymphonieorchester (RSO).

„Wir müssen uns dann auf unsere absoluten Kernaufgaben konzentrieren und reduzieren“, so Grasl weiter. Gerade der Aufwand für die Formel 1 sei „beträchtlich. Wir müssen nach Auslaufen des Vertrags überlegen, ob wir diese Mittel nicht für unverwechselbaren österreichischen Inhalt wie Filmproduktionen oder Dokumentationen einsetzen.“ 15 Filme könne man damit realisieren. Unangetastet bleiben sollen in jedem Fall die Ski-Übertragungen, “daran darf keiner rühren„.

Anders sieht es wiederum beim RSO aus. Auch wenn ORF-Radiodirektor Karl Amon erst jüngst bei der Programmpräsentation des Orchesters im APA-Gespräch auf das Bekenntnis seitens ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz verwies, das RSO solange es geht nicht anzurühren, will Grasl zumindest darüber diskutieren. “Auch wenn es sich um ein großartiges Orchester handelt, wird man darüber reden müssen, ob man TV-Produktionen streicht, aber die Streicher weiter spielen. Aber am liebsten wäre es mir natürlich auch, wir könnten es fortführen.„

Davon abgesehen stehen dem ORF möglicherweise weitere Personalreduktionen ins Haus. „Entweder es gelingt uns, einen neuen Kollektivvertrag zu fixieren. Oder wir müssen uns von 250 Mitarbeitern trennen“, so der Finanzdirektor. Bisher hat der ORF bereits 600 Mitarbeiter - rund 20 Prozent des Personals - abgebaut. „Da könnten sich viele, die in so einer schwierigen Situation sind, etwas abschauen.“ Letztlich werde beim Sparpaket kein Bereich außen vor gelassen: „Alle werden ihren Beitrag leisten müssen.“