Die heimischen Regional-TV Sender wollen bei der Vermarktung ab kommendem Herbst gemeinsame Sache machen, denn das, was die privaten Radiosender mit dem Radiowerbezeiten-Vermarkter RMS schon vor 15 Jahren umgesetzt hatten, soll es künftig auch für die österreichischen regionalen Fernsehsender von Vorarlberg bis Wien geben.

Laut Marcin Kotlowski, GF des Wiener Stadtsenders W24, soll es nicht nur bei der gemeinsamen Vermarktung bleiben. Kotlows-ki spricht bei der Präsentation der Studie auch etwa von einem „Österreich Bild auf allen regionalen Sendern zu gleichen Sendezeit; starten könnte das Format in etwa zwei, drei Jahren.

Eine Harmonisierung der Zeitschienen der einzelnen Sender begrüßt auch Group M-Geschäftsführer Peter Lammerhuber. „In Österreich sind pro Woche gut 5.000 Werbeblöcke buchbar, das muss auch bei einem zusätzlichen Angebot verwaltbar und abrechenbar sein.

Werbezampano Lowe GGK-Boss Rudi Kobza, bei der PK auch anwesend, begrüßt die Initiative der Regionalsender ebenfalls, denn in Zeiten, wo das Regionale allgemein immer wichtiger werde, siehe ‚Billa Regionalregal, so Kobza, würden auch Kampagnen mit regionalen Themen nationale Kampagnen nicht ersetzen, aber sehr wohl verstärken.

Gefragt nach den potenziellen Werbeumsätzen durch die neue Vermarktungsgemeinschaft, zeigen sich alle Beteiligten noch vorsichtig bei einer möglichen Prognose; W24-GF Kotlowski schätzt aber, dass derzeit alle Regionalsender zusammen gut eine halbe Mio. € mit Werbung umsetzen.

Wie viel mehr es nun werden soll und wie hoch der Anteil aus nationalen Kampagnen dabei sein wird, darüber wollte man jetzt noch nicht spekulieren. Zum Vergleich: Die größeren heimischen Privatradionsender lukrieren laut RTR-GF Grinschgl rund 4050% ihrer Einnahmen über die RMS, er schätzt aber, dass der Anteil bei den regio-nalen TV-Sendern aber etwas geringer ausfallen könnte.

Einem Thema wird man sich künftig, falls die Vermarktungsgemeinschaft finanziell ein Erfolg werden soll, aber noch stärker widmen müssen: den Reichweitendaten. Die Regionalsender sind zwar bereits im Teletest erfasst allerdings als Gruppe , und das Sample ist noch zu gering, um valide Daten für Mediaplanung herausfiltern zu können.

Pläne für eine Reichweitenerhebung für die regionalen TV-Sender gab es bereits vor Jahren; damals dachte man an eine Art „RegioTV, ähnlich der RegioPrint, die ja mittlerweile in der MA aufgegangen ist. Umgesetzt wurden die Pläne nicht. Und auch diesmal wird es wohl auch eine Frage der finanziellen Mittel sein, denn jeder Teletest-Haushalt extra kostet auch zusätzliches Geld.

Group M-Boss Peter Lammer-huber appellierte entsprechend an die RTR, hier unter Umständen Mittel für eine Aufstockung des Teletest-Samples bereitzustellen.

Zur Untermauerung ihrer Bedeutung beauftragte man eine Studie, bei der 15 Regional-Fernsehsender untersucht wurden und die beim Pressegespräch ebenfalls präsentiert wurde. Mithilfe des Meinungsforschungsinstituts IFES wurden 2.000 Personen ab 15 Jahren befragt, mit dem Ergebnis, dass knapp fünf Prozent von ihnen „heute oder gestern wenigstens einen der abgefragten Sender gesehen haben. Das bedeutet eine Reichweite von rund 352.000 Personen für die heimischen Regional-TV-Sender.