In öffentlichen Äußerungen, zuletzt jene des ÖJC und der IG Autorinnen, in Bezug auf Einsparungen auch in Zusammenhang mit dem Bachmann-Preis kann der falsche Eindruck entstehen - bzw. wird dieser bewusst und fälschlicherweise erweckt -, der ORF würde bei der Erfüllung seiner Sparvorgaben, die auch im Programmbereich unerlässlich sind, den Kulturbereich unverhältnismäßig stark belasten. Das Gegenteil ist der Fall. Einerseits muss und wird es auch bei anderen Programmen zu spürbaren Einschnitten kommen - darunter bei einer Reihe von Unterhaltungsformaten, Showevents, Dokusoaps usw. Andererseits entspricht es dem gelebten Selbstverständnis des ORF, auch in einer für das Unternehmen wirtschaftlich herausfordernden Phase seine Kernaufgaben auf dem gewohnt hohen Niveau zu erfüllen: Kultur war, ist und bleibt eine solche Kernaufgabe des ORF, allein im Jahr 2014 wird der ORF 100 Millionen Euro für den Bereich Kultur ausgeben.

Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz:

"Wir haben unsere Aktivitäten im Bereich Kultur in den vergangenen Jahren z. B. mit ORF III, aber auch zahlreichen zusätzlichen Übertragungen im Hauptprogramm deutlich ausgebaut. Ich setze mich - auch gegen erheblichen Widerstand von verschiedener Seite - für Erhalt und Stärkung des ORF als wichtigste Kultur- und Kultur-Vermittlungs-Institution Österreichs ein. Dazu einige signifikante Details:
Entgegen anderslautenden Vorschlägen und Forderungen habe ich dem Stiftungsrat folgende Maßnahmen vorgeschlagen:

  • Mit dem ORF-RSO wird jenes Orchester erhalten, das die größte Kompetenz in Sachen zeitgenössischer Musik hat und entsprechende Komponisten aufführt und fördert.
  • Entgegen den Forderungen, das Budget von Ö1 drastisch zu kürzen, wird das ORF-Kulturradio auf unverändertem Niveau erhalten bleiben bei gleichzeitiger Besserstellung der freien Mitarbeiter.
  • FM4 bleibt, trotz diverser Vorschläge, das Jugendkulturradio aufzugeben oder in ein junges Mainstream-Radio umzuwandeln, ebenfalls erhalten.
  • Trotz anderslautender Vorschläge steht der ORF weiterhin zu seiner Beteiligung an 3sat.
  • Der 'Kulturmontag' als erfolgreichstes Kulturmagazin Europas bleibt erhalten, ein vergangene Woche abgeschlossener Vertrag mit der Wiener Staatsoper garantiert den ORF-Zuseherinnen und -Zusehern in den kommenden vier Jahren zahlreiche Hochkultur-Events.
  • Der Spartensender ORF III Kultur und Information bleibt auf dem aktuellen Niveau bestehen.
  • Ebenso werden die umfassenden Kulturaktivitäten der ORF-Landesstudios fortgesetzt.
  • Natürlich ist es auch mein Ziel, den Bachmann-Preis zu erhalten, und wir werden in den kommenden Tagen zahlreiche Gespräche zu diesem Thema führen.

Fest steht aber auch, dass alle Bereiche des ORF den in erheblichem Ausmaß durch den Refundierungsstopp verursachten Sparkurs mittragen müssen. Daher können nicht alle Aufgaben im bisherigen Umfang oder zu den bisherigen Kosten bewerkstelligt werden. Ziel muss es daher im Sinne aller ORF-Zuschauerinnen und -Zuschauer, aller Hörerinnen und Hörer sein, dass der ORF die Gebührenrefundierung erhält.
Als Generaldirektor des ORF hätte ich mich gefreut, wenn all jene, die jetzt öffentlich ihrer Besorgnis Ausdruck verleihen, schon bisher, ebenso lautstark, für die Refundierung eingetreten wären."