Vodafone macht offenbar ernst mit dem Verkauf seiner Beteiligungen von Verizon Wireless. Die Briten halten 45 Prozent der Anteile an dem Unternehmen, während das US-Unternehmen Verizon selbst 55 Prozent besitzt. Die Amerikaner sollen bereit sein, umgerechnet knapp 100 Milliarden Euro an Vodafone zu zahlen.

Die Mobilfunkkonzerne Vodafone und Verizon haben sich offenbar auf einen Deal zum Verkauf von Vodafones Anteilen am gemeinsamen Unternehmen Verizon-Wireless geeinigt. Wie das "Wall Street Journal" am Sonntag (1. September) berichtete, soll Vodafone für seinen 45-prozentigen-Anteil an Verizon Wireless etwa 130 Milliarden (knapp 100 Milliarden Euro) erhalten. Damit würde es sich um eine der größten Transaktionen der Wirtschaftsgeschichte handeln.

Auch wenn man sich grundsätzlich bereits geeinigt habe, müssten nun die Verwaltungsräte beider Unternehmen dem Handel noch ihre Zustimmung erteilen. Bereits seit längerem werden Verizon Pläne nachgesagt, das gemeinsame Joint Venture komplett zu übernehmen. In der Vergangenheit sollen Verhandlungen zwischen Vodafone und Verizon jedoch mehrmals an unterschiedlichen Preisvorstellungen gescheitert sein.

Bereits in der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass beide Unternehmen über Verizon Wireless verhandeln. Zwar würde sich Vodafone mit dem Verkauf von Verizon Wireless von einem seiner größten Vermögenswerte trennen, allerdings stünde dem Unternehmen so genügend Kapital zur Verfügung, um in andere Geschäftsbereiche zu investieren. In Deutschland plant der britische Mobilfunkanbieter mit der Übernahme von Kabel Deutschland einen großen Schritt ins Festnetzgeschäft zu machen. Auch in anderen europäischen Ländern wurden dem Unternehmen bereits Ambitionen auf dem Festnetzsektor nachgesagt, allerdings ohne dass konkrete Übernahmeziele genannt werden konnten.