Der US-Kabelstreit ist beigelegt. CBS und Time Warner Cable haben am Montag einen neuen Vertrag zur Einspeisung der CBS-Sender beim Kabelnetzbetreiber unterschrieben. Das haben beide Unternehmen in jeweiligen Statements verkündet. Über drei Millionen Kabel-Kunden, die seit über einem Monat auf die Programme von CBS verzichten mussten, können seit Montagabend wieder die Sendungen des Veranstalters empfangen.

Letztendlich konnte sich im Kampf um höhere Einspiesegebühren offenbar der Programmveranstalter durchsetzen, der von Time Warner Cable eine deutliche Erhöhung der Abgaben pro Kunde gefordert hatte. CBS spielte auf Zeit und setzte den Kabelnetzbetreiber mit dem nahenden NFL-Saisionstart (8.September) mächtig unter Druck - denn schließlich kann sich der TV-Anbieter im Angesicht seiner Kunden nicht leisten, eine der in den USA beliebtesten Sportarten nicht auszustrahlen. Die NFL wird auf dem CBS-Sender CBS Sports übertragen.

CBS zeigte sich in einem Statement zufrieden mit dem abgeschlossenen Verrtag, während Time Warner Cable lediglich die Politik dazu aufrief, die Regelungen zu den Einspeisegebühren, welche die Netzbetreiber zur Zahlung von Gebühren verpflichtet, zu überarbeiten. Das spricht für eine deutliche Anhebung der Zahlungen an den Programmveranstalter. Den Analysten vom SNL Kagan zufolge forderte CBS eine Erhöhung der monatlichen Abgaben von 66 Cent auf 2 Dollar pro Kunde. Genaue Details wurden zum neuen Vertrag jedoch nicht bekannt gegeben.

Auch wenn es nach einem Sieg aussieht: In einem anderen Punkt musste CBS wohl offenbar zurückstecken. Entgegen den Plänen, Time Warner Cable keine Rechte mehr für die digitale Verwertung von CBS-Inhalten einzuräumen, wurden die Rechtepakete Berichten von "Deadline Hollywood" zufolge nicht nur beibehalten, sondern sogar erweitert. Auch hier sind bisher keine näheren Details bekannt.