Erstmals seit der überraschenden Schließung des griechischen Staatsfernsehens im Juni hat der provisorische öffentlich-rechtliche Kanal EDT am Donnerstagabend wieder eine reguläre Nachrichtensendung ausgestrahlt. Medien-Staatsekretär Pantelis Kapsis kündigte an, es werde demnächst auch ein neues öffentlich rechtliches Radioprogramm geben.

Der provisorische Sender Hellenisches Öffentliches Fernsehen (Elliniki Dimosia Teleorasi - EDT) sendet seit Mitte Juli aus einem kleinen Studio auf den Frequenzen des alten Staatsfernsehens. Bisher hatte es lediglich ein Morgenmagazin sowie ein Notprogramm aus Filmen, Dokumentationen und Musiksendungen gegeben. Laut Regierung ist das eine Übergangslösung. Ein neues, kleineres Staatsfernsehen und Radio unter dem Namen NERIT soll in den nächsten Monaten auf Sendung gehen.

Der griechische Regierungschef Antonis Samaras hatte den staatlichen Rundfunk ERT im Zuge der Sparmaßnahmen des finanziell schwer angeschlagenen Staates im Juni geschlossen. Alle 2.500 Mitarbeiter wurden entlassen. Die Entscheidung löste tagelange Proteste und Solidaritätsstreiks aus. Einige Ex-Mitarbeiter halten seitdem das TV-Gebäude besetzt, es gibt ein Protestprogramm via Internet.