Der ORF setzt in der Fernsehprogrammsaison 2013/2014 auf bekannte und eingeführte Marken, einen Informationsschwerpunkt sowie eine Reihe von neuen Serien- und Comedyformaten. „Leuchttürme und - trotz des harten Sparkorsetts - eine unglaubliche Programmfülle“, kündigte Fernsehdirektorin Kathrin Zechner am Dienstag bei einer Präsentation der ORF-Programmhighlights an.

Sport- und 1914-Schwerpunkte

In der Information zählen die Olympischen Winterspiele von Sotschi und die Fußball-WM in Brasilien zu den absoluten Höhepunkten. Rund um den 100. Jahrestag des Attentats von Sarajevo und des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs gibt es darüber hinaus einen umfassenden Programmschwerpunkt mit zahlreichen Dokumentationen, Kulturveranstaltungen und dem starbesetzten historischen Andreas-Prochaska-Thriller „Sarajevo“.

Dokumentationsreihe „Österreich II“

Am 26. Oktober startet auf ORF III die technisch und inhaltlich auf den neuesten Stand gebrachte Dokumentationsreihe „Österreich II“ von Hugo Portisch. Ebenfalls am Nationalfeiertag im Programm: ein Hohe Tauern-„Universum“ mit Hermann Maier auf ORF 2. Und in ORF eins sollen künftig anlassbezogen drei bis vier Dokumentationen pro Jahr laufen. Den Anfang macht anlässlich des Kinostarts des Lauda-Movies „Rush“ die Doku „Das Duell Niki Lauda gegen James Hund“.

Event-Serie „Janus“

Im Film- und Seriengenre startet der ORF ab 1. Oktober die siebenteilige Event-Serie „Janus“. Alexander Pschill begibt sich als forensischer Psychologe auf „Spurensuche mit Thrill-Garantie“, beschreibt der ORF die Handlung. Und Harald Krassnitzer geht neben seinen Auftritten als „Tatort“-Kommissar künftig als „Paul Kemp“ auch unter die Mediatoren. Die Serienmarken „Vier Frauen und ein Todesfall“, „Soko Kitzbühel“ und „Soko Donau“ sowie „Cop Stories“ werden mit neuen Staffeln fortgesetzt, Angelika Schnell ermittelt wieder zweimal in Spielfilmlänge.

„Kommissar Rex“ kehrt zurück

Im Dezember zeigt der öffentlich-rechtliche Sender einen neuen Fall aus der Filmreihe „Spuren des Bösen“. 2014 kehrt dann nicht nur „Kommissar Rex“ zurück, sondern es startet auch die ersten drei Landkrimis „Steirerblut“ von Wolfgang Murnberger, „Die Frau mit einem Schuh“ von Michael Glawogger und „Alles Fleisch ist Gras“. Die neue Reihe soll nach und nach alle neun Bundesländer kriminaltechnisch abdecken.

„Amour“, „Paradies: Liebe“ & „Ziemlich beste Freunde“

Neben den traditionellen Hollywoodblockbustern zeigt der ORF in den kommenden Monaten auch Michael Hanekes Oscar-gekröntes Meisterwerk „Amour“, Ulrich Seidls „Paradies: Liebe“ sowie die französische Arthouse-Erfolgskomödie „Ziemlich beste Freunde“.

"Die Große Chance", "2013 Backstage" & "Eurovision Song Contest"

Im Unterhaltungsprogramm startet am Freitag die dritte Staffel der "Großen Chance", Robert Kratky präsentiert auf ORF eins in Kooperation mit Ö3 die Jahresrückblickshow "2013 Backstage", und im Frühjahr gibt es wieder eine Reihe "Dancing Stars". Im Mai steht der "Eurovision Song Contest" auf dem Programm, an dem der ORF mit Conchita Wurst teilnehmen wird. "Eine spannende Persönlichkeit mit einer Wahnsinnsstimme und eine gute Lösung", so Zechner. Auf eine Vorausscheidung verzichtet der ORF diesmal aus Kostengründen.

"BÖsterreich" und "Herr Ostrowski sucht das Glück" neu im Programm

"Willkommen Österreich" mit Stermann und Grissemann feiert im April 2014 seine 250. Ausgabe. Neu in die Dienstagnachtschiene kommen Nicholas Ofczarek und Robert Palfrader mit "BÖsterreich" sowie Michael Ostrowski mit "Herr Ostrowski sucht das Glück". Palfrader steht darüber hinaus mit drei weiteren "Wir sind Kaiser"-Ausgaben auf dem Programm. Neue Folgen der "Science Busters" sowie der "Staatskünstler" sind indes 2014 aus Budgetgründen vorerst nicht geplant. Zechner will aber mit beiden Teams weitermachen und überlegt "Specials".

Erheblicher Spardruck

Laut Zechner stehe die kommende Programmsaison wegen des Auslaufens der Gebührenrefundierung mit Jahresende unter erheblichem Spardruck. "Wir können uns gewisse Dinge nicht mehr leisten. Wir fokussieren uns deshalb auf Leuchttürme, die uns unverwechselbar machen", erklärte die Fernsehdirektorin.

So werde es etwa weniger Ausgaben von "Dancing Stars" geben, keine Song-Contest-Vorausscheidung und auch bei ORF Sport Plus könnte "hart reduziert" werden. Sollte sich eine künftige Regierung nach der Wahl nicht doch noch auf eine Verlängerung der Gebührenrefundierung einigen, dann fehlten darüber hinaus 2014 im fiktionalen Bereich über 15 Millionen Euro. Spätestens ab Mitte 2014 würde dies auch zu einem "Loch in der Produktionslandschaft führen".