Die deutsche Fernsehlandschaft könnte schon bald um einen neuen TV-Sender reicher sein. Die Medienwächter haben grünes Licht für den Kanal Marco Polo gegeben, der im vierten Quartal via Kabel und Internet starten soll.

Das ohnehin nicht unbedingt schmale Angebot an TV-Sendern in Deutschland dürfte sich in den kommenden Monaten noch einmal vergrößern. Denn wie die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) am Mittwochabend mitteilte, haben die Medienwächter dem Fernsehspartenprogramm Marco Polo eine auf zehn Jahre befristete Zulassung erteilt und damit grünes Licht für einen baldigen Senderstart gegeben. Dieser soll laut aktuellem Plan im Laufe des vierten Quartals erfolgen.

Wie der Name schon nahelegt, handelt es sich bei Marco Polo um einen einen neuen TV-Sender, der sich mit den Themenbereichen Reisen, Kultur und Natur auseinandersetzt. Dabei sind über Reportagen, Dokumentationen und Magazine diverse Hintergrundinformationen zu Ländern, Regionen oder auch einzelnen Städten an die Zuschauer vermittelt werden.

Die Verbreitung des Spartenprogramms soll bundesweit über Kabel und Internet erfolgen. In welche Kabelnetze der Sender dabei konkret eingespeist werden soll, ist bisher noch nicht bekannt.

Nach den Medienwächtern gilt es für Marco Polo nun noch eine weitere Hürde zu nehmen, ehe der Weg für den geplanten Sendestart frei ist. Die Zulassung der ZAK steht aktuell noch unter dem Vorbehalt einer Genehmigung durch die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK), die die medienkonzentrationsrechtlichen Prüfung durchführt.

Darüber hinaus hat sich die ZAK auch mit den Anträgen von Das Vierte, dem Nachrichtensender n-tv und dem Musiksender VIVA aufeinandergesetzt. Alle drei TV-Sender hatten eine Verlängerung der ihnen erteilten Rundfunklizenzen bei den Medienwächtern beantragt und diese nun auch genehmigt bekommen. Bevor diese gültig werden, muss die KEK die Entscheidung aber noch abnicken.