Finanzinvestoren streben den Kauf der deutschen Kabelnetzbetreiber Tele Columbus und Primacom an, berichtet das „Wall Street Journal Deutschland“ mit Verweis auf mit dem Vorgang vertraute Personen. Ein Doppeldeal sei aber nicht einfach – Tele Columbus gehöre vollständig Gläubigerbanken, Primacom werde von Hedgefonds und Gläubigerbanken kontrolliert. „Wir stehen im Verkaufsprozess“, bestätigte Tele Columbus-Chef Ronny Verhelst gegenüber dem Wirtschaftsnachrichtendienst. Es gebe mehr als einen Interessenten, noch in diesem Jahr solle Tele Columbus einen neuen Eigentümer bekommen. Zu den Kaufinteressenten – die offenbar auch einen Erwerb der Primacom anstreben – sollen die Cinven Group und CVC Capital Partners gehören, heißt es in dem Bericht, wiederum mit Verweis auf mit dem Vorgang vertraute Personen. Zusammen würden beide Kabelnetzbetreiber drei Millionen Haushalte erreichen. „Ich glaube, die Zukunft der kleineren Spieler im deutschen Kabelmarkt liegt in der Konsolidierung“, sagte Verhelst.

An einer Übernahme von Tele Columbus war zuletzt Kabel Deutschland gescheitert, das Bundeskartellamt hatte im Februar sein Veto eingelegt. Bei dem gescheiterten Deal wollte Kabel Deutschland rund 600 Millionen Euro für Tele Columbus zahlen. Primacom werde unterdessen nach Angaben informierter Personen mit 250 bis 300 Millionen Euro bewertet, andere Schätzungen beliefen sich auf bis zu 400 Millionen Euro, schreibt das „Wall Street Journal Deutschland“.