Die Monster und Blutsauger des frühen Filmschaffens erwachen zu neuem Leben in ORF III: Am Donnerstag, dem 31. Oktober 2013, und am Freitag, dem 1. November, präsentiert der Kultur- und Informationsspartensender des ORF die genreprägenden Horrorklassiker in Schwarz-Weiß. Filme wie "Frankenstein" aus dem Jahr 1931 mit Boris Karloff als Frankensteins Monster oder "Dracula" aus dem Jahr 1931 mit dem Ur-Dracula Béla Lugosi versprechen Gänsehautgarantie und Unterhaltung. Alexander Horwath, Direktor des Österreichischen Filmmuseums, gibt zu jedem Film eine Einführung und liefert spannendes, aufschlussreiches und auch kurioses Hintergrundwissen sowie eine historische Einordnung in den cineastischen Kontext - und er zeigt auf, warum jeder Film seinen Platz auf dem Kultfilmpodest zurecht innehat.

Die Filme im Überblick:

Donnerstag, 31. Oktober

21.05 Uhr: "Abbott und Costello treffen Frankenstein"
Eine skurrile Filmgroteske, in der der Vater aller Dracula-Darsteller, Béla Lugosi, und "Wolfsmann" Lon Chaney ihre eigenen Rollen parodieren. Charles T. Barton führt Regie in dem US-amerikanischen Film aus dem Jahr 1948, der prompt zum internationalen Erfolg wurde - aufgrund der damals ganz innovativen Kombination aus Horror und Komik.

22.35 Uhr: "Dracula"
Der Klassiker mit Ur-Dracula Béla Lugosi - mit seinem Repertoire an Gesten, Posen und Aussagen geistert Graf Dracula noch heute durchs kollektive Gedächtnis. Tod Brownings Meisterwerk aus dem Jahr 1931, eine Verfilmung des gleichnamigen Theaterstücks und Romans, spielt gekonnt mit Licht- und Rauminszenierungen und arbeitet mit bewussten Auslassungen, was den Gruselfaktor um ein Vielfaches steigert.

23.50 Uhr: "Tarantula"
Eine giftige Tarantel wächst nach einem Experiment zu überdimensionaler Größe heran und verbreitet in Amerika Angst und Schrecken. Was heute witzig anmutet, war im Jahr 1955 ein gekonntes Spiel mit den Traumata und Neurosen der Nachkriegsgesellschaft und beinhaltete im Subtext auch Kritik an nuklearen Waffentests. Mit (damals) modernsten Spezialeffekten in Szene gesetzt von Science-Fiction- und Horror-Regisseur Jack Arnold.

1.15 Uhr: "King Kong und die weiße Frau"
Das Bild des Riesenaffen King Kong auf dem Empire State Building zählt zu den Ikonen der Filmgeschichte und wurde in der Popkultur unzählige Male reproduziert. Fay Wray ging mit ihrem durchdringenden Schrei als "scream queen" in die Geschichte ein. Die Filmmusik des Special-Effect-Wunders aus dem Jahre 1933 stammt vom Wiener Max Steiner, der für seine Filmmusikkompositionen insgesamt 24 Oscar-Nominierungen erhalten hat.

Freitag, 1. November, in ORF III:

22.10 Uhr: "Frankenstein"
Wissenschaftler Herbert von Frankenstein beschafft sich Leichen, um aus toter Materie Leben zu schaffen; mittels elektrischer Ladungen erweckt er ein Geschöpf zum Leben, das aber entflieht. Hauptdarsteller Boris Karloffs Interpretation von Frankensteins Monster - mit kantigem Gesicht und Elektroden am Hals - prägt bis heute die Vorstellungen vom archetypischen Frankenstein-Monster; im Zentrum des Horrorfilms von James Whale aus dem Jahr 1931 steht aber der verrückte Wissenschaftler.

23.25 Uhr: "Frankensteins Braut"
Die Fortsetzung des erfolgreichen "Frankenstein"-Filmes aus dem Jahre 1931 zeigt Boris Karloff noch einmal in der Rolle des frankensteinschen Monsters und Colin Clive als überambitionierten Wissenschaftler. 1935 wird das Monster nun als menschlich inszeniert - auf der Suche nach einem Freund.

0.45 Uhr: "Der Glöckner von Notre Dame"
Der bucklige Glöckner Quasimodo verliebt sich in die bildhübsche Esmeralda, die in den Straßen des mittelalterlichen Paris tanzt und bettelt - und bringt sie, als sie als Hexe denunziert wird, zum Schutz in die Kathedrale von Notre Dame. 1939 unter enormem finanziellem und organisatorischem Aufwand inszeniert, war der Film des emigrierten Deutschen William Dieterle auch ein Statement gegen Antifaschismus und Ausgrenzung.