Der ORF will mit einem eigenen Online-Videoportal einem etwaigen Start des US-Konzerns Netflix im deutschsprachigen Raum zuvorkommen. „Wir arbeiten an einem Videoabrufportal“, sagte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz dem „Handelsblatt“ (Ausgabe vom 5. Oktober). Man wolle nicht warten, bis Netflix den österreichischen Markt aufrollt. Bis Jahresende soll entschieden werden, wie ein eigenes Videoportal umzusetzen ist. Zu klären sei insbesondere die komplizierte Rechtesituation, auch stellten die hohen Kosten für Technik und Software ein Problem dar, so Wrabetz gegenüber dem Wirtschaftsblatt. Unternehmensinsider gingen von einem zweistelligen Millionenbetrag aus, hieß es weiter. Gebührengelder sollen dafür aber nicht in die Hand genommen werden, vielmehr fühle der ORF bei privaten Medienunternehmen vor, ob diese für eine Kooperation bereit sind. Rechtliche Probleme – wie in Deutschland, wo die öffentlich-rechtlichen und die privaten Sender am Veto des Kartellamts scheiterten – befürchtet der ORF-Chef in der Alpenrepublik nicht. „Wir gehen davon aus, dass es in Österreich keine unüberwindbaren juristischen Hürden geben wird“, sagte Wrabetz.