Intel stellt seinen eigens entwickelten, jedoch bislang nicht auf den Markt gebrachten IPTV-Dienst OnCue angeblich zum Verkauf. Als Interessent soll neben Verizon auch der Kabelriese Liberty Global in den Startlöchern stehen.

Der Chip-Hersteller Intel will seinen intern in Entwicklung befindlichen Web-TV-Dienst offenbar verkaufen, noch bevor dieser an den Start geht. Wie das Finanznachrichtenportal "Bloomberg" am Dienstag unter Berufung auf Personen berichtet, die mit der Situation vertraut sind, soll demnach neben dem Telekommunikationsanbieter Verizon auch Liberty Global als möglicher Käufer in Frage kommen.

Den IPTV-basierten Pay-TV-Service mit dem Arbeitstitel OnCue wollte Intel nach Ankündigungen im Februar diesen Jahres nach ursprünglichen Plänen bereits bis Ende 2013 an den Start bringen. Als wichtigste Features sollte das Angebot Live-TV, Video-on-Demand-Inhalte sowie Apps enthalten. Ende September wurde jedoch bekannt, dass die Pläne für den raschen Start des Angebots ins Stocken geraten waren. Offenbar hatte sich unter Intels neuem CEO Brian Krzanich der Fokus des Unternehmens verschoben, weshalb man sich lieber auf die Fertigung von Chips für mobile Endgeräte konzentrieren wollte.

Auch mit der für OnClue konzipierten Set-Top-box gab es Probleme. So sollte diese ursprünglich eine integrierte Kamera besitzen, was jedoch später aus datenschutzrechtlichen Bedenken verworfen wurde. Zu guter Letzt tat sich Intel offenbar auch schwer damit, Partner für Inhalte zu akquirieren. Offenbar wurden Sender dabei von den großen und einflussreichen US-Kabelnetzbetreibern dazu gedrängt, keine Verträge für Intels Web-TV-Dienst abzuschließen.

Das angebliche Interesse von Verizon und Liberty Global könnte jedoch ein Hinweis darauf sein, dass zumindest andere Unternehmen in dem von Intel entwickelten Web-TV-Dienst nach wie vor ein attraktives Geschäftsmodell sehen.