Seit 1. Dezember läuft in den Mitgliedstaaten der EBU die "Eurovision Film Week". Die Mitglieder widmen sich noch bis zum "Europäischen Filmpreis" (7. Dezember) konzertiert und verstärkt in ihren nationalen TV-Programmen der Kreativität und Diversität des europäischen Filmschaffens und veranstalten den größten Filmevent Europas. Ziel ist es auch, die große wirtschaftliche Relevanz öffentlich-rechtlicher Medienanstalten für die nationale Filmproduktion zu veranschaulichen - denn die Zusammenarbeit und Förderung der Film- und TV-Wirtschaft in den einzelnen Mitgliedsstaaten ist eine zentrale Aufgabe des jeweiligen öffentlich-rechtlichen Medienunternehmens.

Besonders der ORF kann in diesem Zusammenhang auf eine sehr lange und erfolgreiche Geschichte verweisen: Im Bereich österreichischer Serien reicht sie etwa von Klassikern wie Felix Mitterers "Piefke-Saga" und Ernst Hinterbergers "Echtem Wiener" über Axel Cortis Meisterwerke bis hin zu "Schnell ermittelt", Austro-"Tatorten" über "Braunschlag" und "Vier Frauen und ein Todesfall" bis hin zu Kinohits wie "Die unabsichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott", Meilensteinen wie Michael Hanekes "Das weiße Band" und den Oscar-Erfolgen "Die Fälscher" und "Amour".

Der ORF widmet der "Eurovision Film Week" abseits aktueller Berichterstattung (u. a. "Kulturmontag" am 9. Dezember) einen Programmschwerpunkt mit hochkarätigen Filmabenden in ORF eins (5. Dezember) und ORF 2 (8. Dezember). ORF III überträgt den Europäischen Filmpreis live-zeitversetzt aus Berlin am Samstag, dem 7. Dezember, ab 22.30 Uhr. Catherine Deneuve erhält bei dieser Verleihung den Preis für ihr Lebenswerk. Ein weiterer Ehrengast der Veranstaltung wird Pedro Almodóvar sein, der für seinen Beitrag zum Weltkino ausgezeichnet wird.

Ganz im Zeichen der "Eurovision Film Week" steht ORF eins am Donnerstag, dem 5. Dezember: "Willkommen bei den Sch'tis" heißt die gleichnamige Culture-Clash-Komödie um 20.15 Uhr. In dem bisher erfolgreichsten französischen Film in Frankreich - 2008 für den Europäischen Filmpreis nominiert - bringen Starkomiker Dany Boon undseine Sch'tis Kad Merad mit irrwitzigem Dialekt und rustikaler Eigenart zur Verzweiflung.

Auf ein lakonisches Roadmovie durch Andalusien entführt der Dokumentarfilmer Erwin Wagenhofer erstmals um 22.05 Uhr in seinem globalisierungskritischen Spielfilmdebüt. In dem vom ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens geförderten Drama "Black Brown White" sind neben Fritz Karl u. a. Claire-Hope Ashitey, Theo Caleb Chapman, Wotan Wilke Möhring, Jurij Diez und Karl Markovics zu sehen.

Um 0.10 Uhr brilliert Gérard Depardieu in Claude Chabrols letztem Kinofilm als gemütlicher und ebenso schlitzohriger "Kommissar Bellamy", der nicht nur einen mysteriösen Fall aufklären, sondern sich auch der Tragödie der eigenen Familie stellen muss. Ein "Wiedersehen mit Brideshead" steht um 1.55 Uhr an, wenn es für das Fernsehpublikum mit dem britischen Ausstattungsdrama über den Niedergang der katholischen Aristokratie ins England der Zwischenkriegszeit geht. Die Neuadaption von Evelyn Waughs gleichnamigem Klassiker überzeugt durch die Starbesetzung, allen voran Matthew Goode, Ben Whishaw und Emma Thompson.

"Auf der anderen Seite" steht Berlinale-Gewinner Fatih Akin um 4.00 Uhr mit seinem mehrfach preisgekrönten deutsch-türkischen Episodendrama. Im zweiten Teil seiner geplanten Trilogie "Liebe, Tod und Teufel" dreht sich alles um sechs Menschen, deren Wege sich auf schicksalhafte Weise kreuzen.