Das Olympia-Angebot von ARD und ZDF lässt kaum einen Wunsch offen und stellt selbst hartgesottene TV-Zuschauer vor die Frage: Wer soll das alles sehen? Rund 740 Stunden senden das Erste und das Zweite aus Sotschi. Die Olympia-Freaks dürfen auf jeden Fall aus dem Vollen schöpfen. Sie können von der Schwarzmeerküste noch mehr bewegte Bilder sehen als vor vier Jahren in Vancouver. 240 Stunden zeigen die beiden öffentlich-rechtlichen Sender im klassischen Fernsehen. Zusätzlich werden im Internet vier Live-Streams angeboten. Das Online-Angebot umfasst rund 500 Stunden, so steigern das Erste und das Zweite den Gesamtumfang ihrer Berichterstattung um rund 50 Prozent. Bei den Winterspielen in Vancouver hatten ARD und ZDF ihr zusätzliches Angebot noch auf ihren digitalen TV-Sendern gezeigt. Einen derart großen Online-Auftritt gab es erstmals vor zwei Jahren bei den Sommerspielen in London.

„Der User ist sein eigener Programmdirektor“, werben die Sender für ihr umfangreiches Internet-Angebot. Im Live-Stream des Internetangebotes können die Wintersport-Liebhaber bis zu 90 Minuten zurückspulen. Außerdem sollen die Live-Übertragungen später in den Mediatheken als On-Demand-Videos zur Verfügung stehen. Pünktlich zu den Spielen bieten die öffentlich-rechtlichen Sender zudem neue Apps an, mit denen bewegte Bilder auch auf Tablets und Smartphones zu sehen sind. „Diese Online-Geschichten finden immer mehr Anhänger, gerade bei jugendlichen Zuschauern“, sagt Werner Rabe, der ARD-Teamchef in Sotschi. Damit dieses Mammutprogramm möglich ist, mussten die beiden Sender zusammenrücken. „Die Live-Streams kommentieren an den ARD-Sendetagen die ZDF-Reporter und an den ZDF-Tagen die ARD-Kollegen“, erklärt ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz. Für ihn ist das „ein Beleg, dass auch im redaktionellen Bereich im Team gearbeitet wird“.

Bei der klassischen Fernseh-Berichterstattung wechseln sich die beiden Sender täglich ab. Das ZDF beginnt bei der Eröffnungsfeier am 7. Februar, Kommentator ist Wolf-Dieter Poschmann. Als Reporter bei der Übertragung der Schlussfeier am 23. Februar im Ersten sind Tom Bartels und Russland-Korrespondentin Ina Ruck gesetzt. Für die Moderation teilen sich die Sender erstmals ein Studio. Als Glaswürfel steht es im Olympic Parc von Sotschi und nicht - wie bisher üblich - im International Broadcasting Center (IBC). „Es war zunächst nicht vorgesehen, dort ein Studio aufzubauen“, erklärte der ZDF-Sportchef: „Dafür haben wir gekämpft.“ Ein gemeinsames Mini-Studio nutzen die Sender zudem im „Deutschen Haus“ in den Bergen.