Im Haushalt des NDR klafft ein gewaltiges Finanzloch. In den Jahren 2015 und 2016 muss die Rundfunkanstalt rund 37 Millionen Euro einsparen. Der Grund: Die KEF hatte der ARD in ihrem 19. Bericht weniger Geld zugewiesen, als diese beantragt hatte.

Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) muss 2015 und 2016 insgesamt rund 37 Millionen Euro einsparen. Dies teilte der Intendant der Rundfunkanstalt, Lutz Marmor, dem Verwaltungsrat auf einer Sitzung am heutigen Freitag mit. Das Sparprogramm werde nötig, da die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) den ARD-Anstalten in ihrem 19. Bericht deutlich weniger finanzielle Mittel zugestanden hat, als diese beantragt hatten.

Obwohl durch den seit Anfang 2013 gültigen neuen Rundfunkbeitrag Mehreinnahmen in Milliardenhöhe erzielt werden, darf der NDR dieses Geld nicht dazu verwenden, die Finanzlöcher zu stopfen. "Es ist schon eine paradoxe Situation: Das neue Beitragsmodell funktioniert glücklicherweise und bringt mehr Beitragsgerechtigkeit und mehr Erträge. Davon haben die Sender aber zunächst nichts, sie dürfen die Mehrerträge nicht ausgeben. Anders als oft behauptet wird, bleibt das Geld also knapp", erklärte Marmor. Aus diesem Grund wolle man weiter sparen und dies so programmschonend wie möglich tun.

Wie genau die Kürzungen aussehen werden, ist bislang nicht bekannt. Mitgeteilt wurde nur, dass der Personalabbau bis 2016 wie geplant weitergehen werde. Von den Einsparungen im Etat sollen mittelfristig alle Bereiche des NDR betroffen sein. Ausgenommen werden lediglich die vier Landesundfunkhäuser, deren Etat schon knapp bemessen ist. Rundfunkrat und Verwaltungsrat müssen den Sparplänen noch zustimmen.