Der Skandal um das gefälschte Ranking beim ZDF-Showzweiteiler „Deutschlands Beste!“ hat Konsequenzen: Unterhaltungschef Oliver Fuchs tritt zurück. Intendant Thomas Bellut habe das Angebot angenommen, teilte das ZDF am 17. Juli mit. „Fuchs ist mit sofortiger Wirkung freigestellt“, sagte ein Sprecher. Außerdem habe eine Teamleiterin ihre Führungsfunktion eingebüßt, sie sei wie eine weitere Redakteurin abgemahnt worden.

Show soll eingestellt werden

Der Sender präsentierte am 2. und 3. Juli im Zweiteiler „Deutschlands Beste!“ die angeblich nach Umfragen beliebtesten 50 Frauen und Männer. Die Redaktion hatte dem ZDF zufolge aber das Ranking manipuliert – eingeladene Gäste seien hochgestuft worden. Der Mainzer Sender will die Reihe nun ganz einstellen und weitere Konsequenzen vorschlagen, um einen solchen Fall künftig auszuschließen.

Redaktion handelte eigenmächtig
Der Showchef wusste laut ZDF nichts von der Manipulation. Das Fehlverhalten habe bei der Redaktion gelegen. Was war passiert? Für die Shows gab es drei Umfragen: eine des Instituts Forsa in zwei Stufen, eine via ZDF online und eine der TV-Zeitschrift „Hörzu“. Daraus habe aber keine repräsentative Umfrage erstellt werden können. Die Teamleiterin der Redaktion habe deshalb beschlossen, die Online- und die „Hörzu“-Umfragen nicht zu berücksichtigen, ohne die Vorgesetzten zu informieren. Dann habe die Redaktion eigenmächtig die Forsa-Liste verändert.

Plätzetausch
Beim Ranking lagen Altkanzler Helmut Schmidt (SPD) und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) jeweils auf Platz eins. Doch Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) stieg bei den Männern nachträglich von Platz 10 auf 6 auf, Fußballlegende Franz Beckenbauer von 31 auf 9. ZDF-Moderator Claus Kleber kletterte von Platz 39 auf 28, Michael „Bully“ Herbig von 42 auf 36. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) fiel von Platz 6 auf 11, RTL-Anchorman Peter Kloeppel von 27 auf 39, „Tagesschau“-Sprecher Jan Hofer rutschte von 36 auf 42. Bei den Frauen verbesserte sich Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) von Platz 5 auf 4, Sängerin Helene Fischer stieg von Platz 10 auf 5 auf, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) fiel von Rang 4 auf 6.