Die Qualifikation zur kommenden Fußball-Europameisterschaft wird nicht von den Öffentlich-Rechtlichen, sondern von RTL gezeigt. Unter dem Motto "European Qualifiers - RTL gibt dir den Kick" werden alle Spiele der Deutschen Nationalmannschaft übertragen. RTL-typisch mit jeder Menge Show.

Am 7. September absolviert die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ihr erstes Pflichtspiel seit dem WM-Titel. Für die Partie gegen Schottland muss der Zuschauer nicht ARD oder ZDF, sondern RTL einschalten. Bis Oktober 2017 wird der Privatsender alle Qualifikationsspiele für die EM 2016 in Frankreich und die Weltmeisterschaft 2018 in Russland übertragen.

Wie nicht anders zu erwarten wird es bei RTL keine klassische nüchterne Fußball-Berichterstattung geben. Man orientiert sich weniger an der Sportschau und mehr an den eigenen Formel-1-Sonntagen. Unter der Überschrift "European Qualifiers" geht es eine Stunde vor Anpfiff mit einer umfangreichen Countdown-Show los. Nach dem Spiel gibt es anderthalben Stunden Highlights, Interviews, Analysen und Geschichten. Insgesamt wird jedes Spiel so zur vierstündigen Show.

RTL-Sportchef Manfred Koppe will dem Zuschauer nicht nur die Spiele, sondern auch Kuriositäten, Schicksale und ungewöhnliche Hintergründe bieten: "Der Fußball und seine Berichterstattung bieten immer wieder großartige Möglichkeiten, neue Themen zu finden und diese auf eine ganz eigene Art und Weise zu erzählen. In diesem Sinne wollen wir für unsere Übertragungen eine spezifische Farbgebung schaffen – mit neuartigen Zugängen, einer spannenden Dramaturgie und einer innovativen Aufarbeitung der Themen." Neben dem TV-Angebot ist eine umfangreiche Integration von Online- und Mobile-Möglichkeiten geplant.

Moderieren wird die Sport-Allzweckwaffe des Senders, Florian König. Dafür soll sein Engagement bei der Formel 1 reduziert werden. An seiner Seite sorgt Jens Lehmann als Experte für fachkundige Analysen. Als Reporter wurde Marco Hagemann verpflichtet, der sonst bei Sky und Eurosport zu hören ist. Der technische Aufwand ist enorm: Das mobile Studio ist mit 12 HD-Monitoren ausgestattet, die Live-Analysen und Augmented-Reality-Spielereien erlauben. Experte Jens Lehmann soll virtuell in die jeweilige Spielszene versetzt werden können, um direkt im Spiel die Taktik zu erklären.

Für RTL ist das Rechtepaket ein lohnendes Geschäft. Die Werbeplätze sind heiß begehrt, vor allem im direkten Spielumfeld vor Anpfiff und in der Halbzeit. Einen Top-platzierten 30-Sekünder lässt sich der Sender 120 000 Euro kosten.

Am Sonntag, den 7. September geht es mit dem Qualifikationsspiel gegen Schottland los. Der RTL-Countdown beginnt um 19.45 Uhr, Anpfiff in Dortmund ist 20.45 Uhr. Die nächsten Partien sind das Spiel gegen Polen am 11.10. in Warschau und am 14.10. gegen Irland (in Gelsenkirchen). Die weiteren Gegner sind Georgien und UEFA-Neuling Gibraltar.