TNT Serie will eine Miniserie produzieren, die in der deutschen Idylle spielt, aber düster und mysteriös daherkommt. "Weinberg" soll die Miniserie heißen und ein waschechter Psychothriller sein. Ob sie das Potenzial zum deutschen "Twin Peaks" hat?

In den USA ist Fernsehen längst das neue Kino. Während es auf der großen Leinwand fast nur noch dicke Action und Comicverfilmungen zu Erfolg bringen, sind anspruchsvolle TV-Serien für Quotenrekorde verantwortlich. Ob "House of Cards" auf Netflix, "Mad Men" auf AMC oder so ziemlich alles auf HBO - das amerikanische Fernsehen quillt förmlich über vor erstklassigen Serien.

Und in Deutschland? Das Programm wird dominiert von Scripted-Reality-Formaten, den seit Jahrzehnten unkaputtbaren Soaps und Castingshows. Anspruchsvolle Serienkonzepte haben es schwer bei uns. "Weissensee" oder Dominik Grafs "Im Angesicht des Verbrechens" sind und waren tiefgründig und gut, aber beim Zuschauer kaum beliebt. "Weissensee" bekommt zumindest gerade eine dritte Staffel spendiert.

TNT Serie wagt nun einen nächsten Versuch. Nach der Eigenproduktion "Add a Friend", die zwar kein Quotenwunder war, aber sogar einen Grimme-Preis gewann, produziert der Sender in Zusammenarbeit mit "Bantry Bay Productions" und "Twenty Four 9 Films" die Mystery-Serie "Weinberg". Drehbeginn für die sechs 45-minütigen Episoden ist noch in diesem Jahr, 2015 soll die Serie auf Sendung gehen. Die Hauptrollen spielen Friedrich Mücke und Antje Traue, die zuletzt in "Man of Steel" zu sehen war.

Die Geschichte handelt dabei von einem Mann, der in einem Weinberg aufwacht und sich an nichts erinnern kann, neben ihm eine tote junge Frau. Die Dorfgemeinschaft im nächsten Städtchen im Ahrtal scheint ein dunkles Geheimnis zu haben. "Weinberg" soll ein sechsteiliger Psychothriller sein. Die Idee klingt spannend, erinnert an große Serien wie "Twin Peaks" oder "Lost". Ob die Umsetzung gelingt und vor allem, ob die Quoten stimmen werden, wird sich zeigen. Ein wenig Ambition kann dem deutschen Fernsehen auf jeden Fall nicht schaden.