Der österreichische TV-Veranstalter ORF visiert die Satellitenabschaltung seiner SD-Sender bis Ende 2020 an. Im Gespräch mit DIGITAL FERNSEHEN erklärte Michael Wagenhofer, Geschäftsführer des technischen Providers ORS, warum der baldige Schritt zur HD-only-Verbreitung sinnvoll ist.

Am 26. Oktober sollen die beiden TV-Sender ORF III und ORF Sport+ auch in HD-Qualität über Satellit, Kabel und Antenne starten. Ebenso plant der österreichische Rundfunk seine lokalen Sendeschienen auf ORF2 ab diesem Datum komplett in HD-Qualität anzubieten. Doch während damit aktuell die Umstellung von SD auf HD noch in vollem Gange ist, denkt man beim ORF und seinem für die Sendeabwicklung zuständigen Tochterunterunternehmen ORS natürlich bereits einen Schritt weiter - und dieser Schritt heißt SD-Abschaltung.

Der Parallelbetrieb der ORF-Sender in Standard-Auflösung und in HD-Auflösung soll demnach beendet werden, sobald dies auch mit Blick auf die Ausstattung der Zuschauer mit entsprechenden Empfangsgeräten realistisch ist. Dies bestätigte ORS-Geschäftsführer Michael Wagenhofer im Gespräch mit DIGITAL FERNSEHEN. Geplant ist demnach ein Komplettumstieg der Sendeabwicklung über Satellit vom DVB-S-Standard zum wesentlich effektiveren Standard DVB-S2, der bereits seit Jahren für die HD-Verbreitung von TV-Sendern verwendet wird.

Ein derartiger Schritt sei allein schon im Hinblick auf einen kostensparenden Sendebetrieb sinnvoll, da eine Parallelausstrahlung natürlich auch dauerhaft doppelte Kosten verursacht. Als realistisch erachtet Wagenhofer dabei eine Abschaltung der SD-Kanäle bis Ende 2020. "Wir wollen jedoch auch die Entwicklung in Deutschland beobachten, da auch die deutschen Sender erfahrungsgemäß eine große Bedeutung für den österreichischen TV-Markt haben", so der Geschäftsführer des ORS.

Zumindest die deutschen Privatsender von RTL und ProSiebenSat.1 müssen aufgrund einer Auflage des Bundeskartellamtes die unverschlüsselte Satellitenausstrahlung ihrer Free-TV-Kanäle in SD-Qualität bis Ende 2023 sicherstellen. ARD und ZDF hatten ursprünglich eine SD-Abschaltung bis Ende 2019 ins Auge gefasst. Ob dieser Termin gehalten werden kann, ist allerdings noch unklar.