Die Arbeitsgemeinschaft Privater Rundfunk (APR) hat sich kritisch zur Entscheidung der Ministerpräsidenten bezüglich des Online-Jugendkanals von ARD und ZDF geäußert. Dieser würde die Existenz zahlreicher Privatradios massiv bedrohen.

Die Kritik am geplanten Jugendangebot von ARD und ZDF reist nicht ab. Nach dem Verband Privater Rundfunk- und Telemedien (VPRT) hat sich am Montag auch die Arbeitsgemeinschaft Privater Rundfunk (APR) als Interessenvertretung privater Radiosender zur Jugendkanal-Entscheidung der Ministerpräsidenten vom vergangenen Freitag geäußert. Der Vorsitzende des Verbandes Felix Kovac bezeichnete diesen dabei als einen "Kompromiss zu Lasten Dritter".

"Herausgekommen ist der ausdrückliche Auftrag zur Vernetzung aller ARD-Jugendradios mit einem eigenen Online-Portal ohne Drei-Stufen-Test, ohne Sieben-Tage-Regelung und ohne irgendeine Bindung an einen Sendungsbezug", so Kovac über die langwierige Entscheidungsfindung der deutschen Landeschefs. In der geplanten Form stelle das Jugendangebot eine massive Bedrohung der privaten Radiosender dar. So stünde ARD und ZDF mit dem veranschlagten Budget von 45 Millionen Euro jährlich eine Summe zur Verfügung, von welcher die private Konkurrenz nur träumen könne.

Der Verbandsvorsitzende rechnet aufgrund des neuen Jugendangebotes von ARD und ZDF mit einem Verdrängungskampf, "den eine Anzahl beliebter privater Stationen nicht überleben wird". Die APR fordert daher, dass die Umsetzung der politischen Beschlüsse in einen Staatsvertrag die Situation der Privatradios berücksichtigen müsse.

Die Konferenz der Ministerpräsidenten hatte am vergangenen Freitag ihre Entscheidung bekannt gegeben, ARD und ZDF mit dem Aufbau eines gemeinsamen Jugendangebotes im Netz zu beauftragen. Für das zu schaffende Portal sollen dabei bisher bestehende Beschränkungen wie der Drei-Stufen-Test und die Regelung, wonach Inhalte nur sieben Tage lang online abrufbar sein dürfen, nicht gelten.