Trotz des offiziellen Rücktritts vom vorzeitigen DVB-T-Ausstieg ist die derzeitige Terrestrik für André Prahl, Bereichsleiter Programmverbreitung der Mediengruppe RTL, kein zukunftsträchtiger Verbreitungsweg. Dieser könne jedoch weiterentwickelt und profitabel gemacht werden.

Ab Mitte 2016 soll der neue Standard DVB-T2 den terrestrischen TV-Übertragungsstandard DVB-T ablösen. Planungen und Unsicherheiten für den Umstiegsprozess waren auch auf den Medientagen München wieder ein zentrales Thema. Bei der Diskussion um die Zukunft des terrestrischen Fernsehens machte die Mediengruppe RTL dabei noch einmal klar, dass es nicht einfach nur um ein "weiter so" gehen könne.

André Prahl, der in der Geschäftsführung des TV-Veranstalters für die Programmverbreitung zuständig ist, sagte dabei deutlich, dass DVB-T in seiner jetzigen Form aus seiner Sicht kein zukunftsfähiger Verbreitungsweg ist. So würde allein schon die Bildqualität aus großformatigen TV-Geräten nicht mehr überzeugen. Wichtig sei jedoch, dass man die Terrestrik weiterentwickeln könne und das Antennenfernsehen eben durch DVB-T2 auch in Zukunft attraktiv bleiben kann.

"Wir streben die Transformation der Terrestrik zu einem Profitablen und technisch ausgereiften Verbreitungsweg an", so Prahl in München. Dabei wolle man auf allen Verbreitungswegen Profitabel sein. Für DVB-T2 bedeute dies die Ausarbeitung neuer Distributionsmodelle. HDTV-Sender von RTL werde es somit auch über den neuen Standard nicht unverschlüsselt oder kostenlos geben, allein schon, weil man die erfolgreichen Geschäftsmodelle über andere Verbreitungswege nicht konterkarieren wolle.