Auf der Intendantentagung in Hannover hat die ARD ihren Willen bekräftigt, die Radioverbreitung via DAB Plus voranzutreiben. Einen Seitenhieb auf die Privatsender konnte sich der Vorsitzende Lutz Marmor aber nicht verkneifen. Der VPRT nahm die "Zeichen zur Kenntnis".

Der ARD-Vorsitzende Lutz Marmor unterstrich am Mittwoch auf der ARD-Intendantentagung in Hannover, dass man den Umstieg zur Radioverbreitung via DAB Plus konsequent vorantreiben wolle. Die Simulcastphase solle dabei aber so lange wie nötig und so kostengünstig wie möglich laufen. Dafür sei aber die Zusammenarbeit aller Beteiligten nötig: "Allein können wir den Umstieg von UKW auf DAB Plus nicht schaffen. Wir brauchen die Unterstützung des Gesetzgebers, aber auch die Privatsender müssen dabei sein, um DAB Plus zum Erfolg zu verhelfen", so Marmor.

Das ließ sich durchaus als Seitenhieb auf die Privatanbieter verstehen, die sich daraufhin in einer Mitteilung zu den ARD-Plänen äußerten: "Wir haben die Zeichen der ARD zum Thema Digitalradio zur Kenntnis genommen und werden uns die Position nun im Detail anschauen. Ein Prozess zur Diskussion für Kriterien der Rahmenbedingungen eines Umstiegsszenarios muss auf Augenhöhe stattfinden", so Klaus Schunk, Vorsitzender des Fachbereichs Radio und Audiodienste im VPRT.

Der Digitalisierungsansatz über alle digitalen Plattformen hinweg sei für den VPRT nach wie vor sehr wichtig, Schunk stellte aber auch klar: "Für Privatradio steht die Refinanzierbarkeit im Vordergrund, die sich aus der tatsächlichen Nutzung und nicht aus einer technischen Reichweite ergibt." Darüber hinaus dürfe es, laut Schunk keine weiteren Aufschaltungen digitaler Angebote auf UKW-Frequenzen geben. Im VPRT-Schreiben heißt es dazu: "Wer einen Dialog anbiete, könne nicht gleichzeitig den digitalen Verdrängungswettbewerb gegen die privaten Radioanbieter fortsetzen."