Die Delegiertenversammlung der SRG hat erstmals eine Vereinsstrategie beschlossen. Damit stärkt sie ihre Bedeutung als Trägerverein des Medienunternehmens SRG. Die Vereinsstrategie erlaubt es, die gesellschaftlichen Aufgaben der Regionalgesellschaften künftig breiter abzustützen und effizienter umzusetzen – unter anderem dank verbesserter interregionaler Zusammenarbeit und Ausbildungsmassnahmen auf verschiedenen Ebenen. SRG-Präsident Raymond Loretan stuft die Vereinsstrategie als wertvolles Instrument ein, welches hilft, den unabhängigen audiovisuellen Service public der SRG in der Öffentlichkeit besser zu verankern.

​Als Organisation ist die SRG ein Verein mit vier Regionalgesellschaften: SRG.D in der Deutschschweiz, RTSR in der Romandie, Corsi in der italienischsprachigen Schweiz und SRG.R im rätoromanischen Landesteil. Diese verankern die SRG in der Gesellschaft, regen die öffentliche Debatte über einen zeitgemässen Service public an und nehmen Einfluss auf die Ausrichtung und Qualität der Radio- und Fernsehprogramme sowie des übrigen publizistischen Angebots. Der Verein betreibt das Medienunternehmen SRG mit den fünf Unternehmenseinheiten SRF, RTS, RSI, RTR und SWI. Er steht im Dienste der Allgemeinheit und ist nicht gewinnorientiert.

Im Jahr 2013 erteilte der Verwaltungsrat einer Arbeitsgruppe mit Vertreterinnen und Vertretern aller Regionalgesellschaften den Auftrag, eine Vereinsstrategie auszuarbeiten. Die Strategie solle zur wirksamen Umsetzung der gesellschaftlichen Aufgaben der Regionalgesellschaften gemäss Artikel 4 der SRG-Statuten beitragen. Am 5. Dezember 2014 hat die Delegiertenversammlung die Strategie nun mit deutlicher Mehrheit verabschiedet. Sie unterstützt mit einer gemeinsamen, gesellschaftsbezogenen Mission und neun Zielen die Arbeit der vier Regionalgesellschaften. Diese werden für die Umsetzung der Massnahmen zuständig sein.

Die Vereinsstrategie zeigt auf, wie die Trägerschaft ihre Aufgaben noch effektiver wahrnehmen kann – unter anderem durch verbesserte interregionale Zusammenarbeit, breitere Mitwirkung der über 23 000 Mitglieder, eine besser durchmischte Mitgliederstruktur, gezielte Ausbildungsmassnahmen und verstärkte Visibilität in der Öffentlichkeit. Geprüft werden soll auch die Idee, ein nationales Forum für Medienpolitik ins Leben zu rufen. SRG-Präsident Raymond Loretan freut sich über den fast einstimmigen Zuspruch der Delegierten: «Die Vereinsstrategie wird massgeblich dazu beitragen, dass in der Öffentlichkeit die gesellschaftliche Bedeutung eines unabhängigen audiovisuellen Service public und die wichtige Rolle der SRG verstärkt diskutiert und kommuniziert werden.»

Weiter hat die Delegiertenversammlung den Regionalgesellschaften für das Jahr 2015 rund 6,8 Millionen Franken zugesprochen. Damit werden die Vereinsorgane, die Publikumsräte, die Ombudsstellen und die zivilgesellschaftlichen Tätigkeiten des Vereins in allen Kantonen finanziert.

Präsident Raymond Loretan und Generaldirektor Roger de Weck informierten die Delegierten zudem über aktuelle Projekte und künftige Herausforderungen – unter anderem über die geplante Ablösung der heutigen Gebühr auf Radio- und Fernsehapparaten durch eine tiefere Haushaltsgebühr und über das angekündigte Referendum gegen das revidierte Radio- und Fernsehgesetz (RTVG). Die Delegiertenversammlung wird ihre Position zum Service public in ihrer nächsten Sitzung Ende April 2015 verabschieden und damit einen Beitrag zur vom Bundesrat gewünschten Service-public-Diskussion leisten.