In den kommenden Jahren wird der terrestrische Verbreitungsweg in Deutschland modernisiert. Die derzeitig zum Einsatz kommende DVB-T-Technologie wird mit DVB-T2 ersetzt. Imme mehr Medienanstalten setzen nun die Voraussetzungen, dass der Umstieg zeitnah voranschreitet.

Mit der Einführung der effektiveren Übertragungstechnologien DVB-T2/HEVC rechtzeitig zur Fußball-Europameisterschaft 2016 wird zukünftig HD-Qualität und ein größeres Programmangebot auch für digitales Antennenfernsehen möglich. Wo heute mit DVB-T vier Programme in herkömmlicher SD-Qualität übertragen werden, können zukünftig bis zu sieben Programme in HD-Qualität Platz finden. Die Versorgung von DVB-T2 für private Veranstalter soll bis zum Ende der Umstellung im Jahr 2019 über die Ballungsräume hinaus auf Städte mit über 100 000 Einwohnern erweitert werden.

In Rheinland-Pfalz soll die Versorgung in den Ballungsräumen Koblenz, Trier, Mainz, Ludwigshafen und Kaiserslautern sichergestellt werden. Auch die Versorgung von ARD und ZDF soll weiter verbessert werden. Dazu hat die Versammlung der Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LFM) eine Anpassung der Bedarfsanmeldungen für DVB-T als Voraussetzung für den Umstieg auf DVB-T2 ab Mai 2016 beschlossen.

Bereits im November hatte die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) der Landesmedienanstalten die Ausschreibung des Plattformbetriebs zur Verbreitung der privaten Programme veröffentlicht. Via DVB-T2 sollen zukünftig in vielen Regionen Deutschlands neben den öffentlich rechtlichen Paketen auch HD-Programmpakete der RTL-Gruppe sowie der Pro7Sat.1-Sendergruppe als Pay-Angebote zur Verfügung stehen.

Aktuell sind allerdings für die neue Übertragungsnorm DVB-T2 /HEVC noch keine passenden Empfangsgeräte auf dem Markt erhältlich. Experten rechnen ab 2015 mit der Einführung erster Empfänger im deutschen Markt. Herkömmliche DVB-T-Empfangsgeräte sowie auch moderne Flachbildfernseher, die schon heute DVB-T2 unterstützen, werden nach aktuell vorliegenden Informationen für den Empfang der neuen Pakete, die zusätzlich den Komprimierungsstandard HEVC nutzen, nicht geeignet sein.