Der südkoreanische Elektronikriese Samsung wird in den kommenden fünf Jahren alle seine Produkte internet-tauglich machen. Schon bis Ende 2017 werde Samsung nur noch Fernseher mit Web-Anschluss verkaufen, kündigte Boo Keun Yoon, der Co-Chef des größten asiatischen Elektronikkonzerns, am Montagabend (Ortszeit) auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas an. «Das Internet der Dinge hat das Potenzial, unsere Gesellschaft, die Wirtschaft sowie die Art und Weise, wie wir leben, zu verändern», sagte Yoon.
Um diese Ziele zu erreichen, werde Samsung über 100 Millionen Dollar zusätzlich investieren, kündigte der Manager an. Experten schätzen, dass der Markt des «Internets der Dinge» und tragbarer Online-Geräte bis zum Jahr 2020 ein Volumen von 7,1 Billionen Dollar erreichen wird. Für Samsung geht es darum, Einbußen im Mobilfunkgeschäft im harten Wettbewerb mit Apple auf der einen Seite und Billig-Konkurrenten aus China auf der anderen Seite auszugleichen.
Dabei können die Südkoreaner allerdings auf ein florierendes Geschäft mit Halbleitern und Sensoren aufbauen, die im «Internet der Dinge» eine maßgebliche Rolle spielen.

Zur Internet-Offensive von Samsung gehört auch eine Kooperation mit dem deutschen Automobilhersteller BMW. Der Konzern aus München wird in manche seiner Modelle Tablet-Computer von Samsung installieren, mit den dann Internet-Dienste aufgerufen werden können. In einem Einspiel-Video zeigte BMW außerdem, wie ein Fahrzeug mit einer Smartwatch von Samsung kommunizieren kann.

Yoon plädierte am Vortag des offiziellen CES-Starts, das «Internet der Dinge» so offen wie möglich zu gestalten. «Jeder muss mit jedem reden können.» Samsung habe nach der Übernahme des kalifornischen Startup-Unternehmen SmartThings im vergangenen Sommer nicht - wie von manchen Kritikern befürchtet - die Firma auf proprietäre Samsung-Normen verpflichtet, sondern mit offenen Standards agieren lassen. Auf der Bühne setzte sich neben Yoon und SmartThings-Gründer Alex Hawkinson auch der Chef des kalifornischen Gadget-Spezialisten Jawbone, Hosain Rahman, für ein offenes «Internet der Dinge» ein.

Samsung steht wegen Rückgängen bei den Geschäftszahlen unter Druck. Insbesondere die Spitzenmodelle unter den Galaxy-Smartphones verkauften sich im vergangenen Kalenderjahr schlechter als von Samsung erhofft. Vor allem Xiaomi, der chinesische Newcomer auf dem Mobilfunkmarkt, hatte Samsung stark zugesetzt.