Die Verknüpfung von klassischem Fernsehen und Internet ist dank HbbTV längst Realität. Mit HbbTV 2.0 steht nun eine zweite Generation des hybriden Übertragungsstandards in den Startlöchern, die mit Unterstützung für HTML5, Ultra HD und CI Plus noch deutlich weiter geht.

2010 erstmals eingeführt, hat sich der hybride Fernsehübertragungsstandard HbbTV (Hybrid broadband broadcast Television) innerhalb weniger Jahre zu einem festen Bestandteil der deutschen TV-Landschaft entwickelt. Über das Protokoll haben TV-Veranstalter die Möglichkeit, ihre linearen Sender direkt mit Zusatzangeboten aus dem Internet zu verknüpfen. Der Nutzer eines HbbTV-fähigen Receivers kann so mit einem einzigen Tastendruck auf der Fernbedienung zwischen beidem hin und her wechseln.

Neue Features
Doch immer neue Angebote und Nutzungsmöglichkeiten machen es nötig, dass sich der flexible Standard stetig weiterentwickelt. Verantwortlich für diese Weiterentwicklung ist die HbbTV-Association, die nun die Spezifikationen für HbbTV 2.0, die zweite Generation des hybriden TV-Dienstes, vorgestellt hat. Die zusätzlichen Funktionen, die mit dieser neuen Entwicklungsstufe Einzug halten sollen, haben es in sich: So unterstützt HbbTV 2.0 den HTML5-Code und soll außerdem in der Lage sein, mit Bildinhalten in Ultra-HD-Auflösung sowie mit dem Videokompressionsverfahren HEVC zu arbeiten. Über spezielle Applikationen soll es zudem möglich sein, Mobilgeräte wie Smartphones und Tablets in die HbbTV-Anwendungen auf dem TV-Bildschirm einzubinden und andererseits auch Inhalte per Streaming auf den Smart-Devices wiederzugeben. Auch Untertitel-Einblendungen in verschiedenen Sprachen sollen mit dem neuen Standard in Zukunft über HbbTV möglich sein.

Mehr Möglichkeiten für Sender
Für TV-Veranstalter und Pay-TV-Anbieter sollen dank der erweiterten Spezifikationen zahlreiche neue Anwendungsmöglichkeiten entstehen. So könnten diese dank der Unterstützung von CI Plus 1.4 in Zukunft auch verschlüsselte Internetstreams über CI-Plus-Module mit den entsprechenden Smartcards decodiert werden. Für einen Pay-TV-Anbieter, der sowohl lineare als auch non-lineare Inhalte anbietet, würde es auf diesem Wege theoretisch möglich, beide über ein einziges, herstellerunabhängiges Decodiersystem anzubieten.

Ein weiteres Feature, das mit HbbTV 2.0 möglich werden soll, ist das Anbieten von zusätzlichen Audiostreams über das Internet, die dann mit dem Videostream der TV-Übertragung synchronisiert werden können. So wäre es etwa möglich, einzelne Filme und Serien auf diesem Wege mit Mehrkanalton auszustrahlen oder zusätzliche Audiospuren - etwa mit Stadionathmosphäre - für Sportübertragungen bereitzustellen.

Nicht zuletzt soll HbbTV 2.0 auch Möglichkeiten zur Synchronisation von Anwendungen zwischen Fernseher, PC und Smartphone sowie neue Werbeformen für Sender und Veranstalter bieten. Dabei wurde laut den Entwicklern darauf geachtet, dass auch Anwendungen, die für HbbTV 1.0 und 1.5 entwickelt wurden, mit neuen Endgeräten kompatibel sein werden, die auf HbbTV 2.0 setzen.

Erste Anwendungen schon 2016?
Eine Testsuite, mit der Geräteentwickler, Sender und Programmierer Anwendungen für HbbTV 2.0 entwickeln können, soll bereits im kommenden Jahr bereitgestellt werden. Die HbbTV-Association rechnet daher damit, dass erste kompatible Produkte und Services bereits 2016 verfügbar sein könnten.