Das bislang fehlende Konzept zum angedachten Online-Jugendangebot von ARD und ZDF soll bis zum Sommer nachgeliefert werden. Im Oktober 2014 hatten die Ministerpräsidenten der Bundesländer entgegen aller Planungen entschieden, dass der geplante Jugendkanal lediglich als Internetplattform verwirklicht werden solle.

Bis zum Sommer wollen ARD und ZDF ein Konzept für das geplante neue Jugendangebot vorlegen, das im Oktober 2014 von den Ministerpräsidenten der Bundesländer beauftragt wurde. Dies erklärte der ARD-Vorsitzende Lutz Marmor am Dienstag gegenüber Pressevertretern auf der Intendanten-Tagung der ARD in Halle an der Saale. "Auch wenn wir erst im Jahr 2016 starten können, müssen wir jetzt sehr intensiv rangehen", erklärte der Intendant.

Dass beide Rundfunkanstalten nach wie vor nach einem Konzept für das längst beauftragte Jugendangebot suchen, ist dabei der Tatsache geschuldet, dass die Ministerpräsidenten die ursprünglichen Planungen von ARD und ZDF bei ihrer Entscheidung ignoriert hatten. Geplant hatten die Sender einen Fernsehsender für Zuschauer zwischen 14 und 29 Jahren, an den ein Radio- und ein Internetangebot angeschlossen sein sollten.

Doch nachdem aus verschiedenen Bundesländern, unter anderem aus Sachsen, starker Gegenwind zu diesem Plänen von ARD und ZDF kam, blieb vom einstmals geplanten Jugendkanal am Ende nicht mehr als eine grob skizzierte Internetplattform übrig, für die ARD und ZDF zuvor weder Idee noch Konzept abgeliefert hatten.

Immerhin ein Budget für das Jugendangebot steht bereits fest. 45 Millionen Euro sollen beide Rundfunkanstalten im Jahr zur Verfügung haben, um ihren Programmauftrag für jugendliche Zuschauer im Internet zu erfüllen. Dabei sollen 30 Millionen von der ARD und weitere 15 Millionen Euro vom ZDF beigesteuert werden. Ob mit dem Geld am Ende tatsächlich ein überzeugendes Konzept erarbeitet werden kann, wird sich spätestens im Sommer zeigen.