Nach dem Wirbel um den Lauschangriff von Samsungs Smart TVs gerät der Hersteller direkt wieder ins Visier - diesmal mit Werbeclips, die ungefragt beim Abspielen lokaler Inhalte eingeblendet werden.

Es ist wahrlich nicht Samsungs Woche, denn bereits zum zweiten Mal binnen weniger Tage macht der Smart-TV-Hersteller Negativschlagzeilen mit seinen Geräten. Nach der Aufregung um den Lauschangriff geht es diesmal um die eigenmächtige Einblendung von Werbung. So haben sich auf dem Online-Portal "Reddid" mehrere Nutzer beklagt, dass beim Abspielen lokaler Inhalte plötzlich Reklame eingeblendet wurde, wie "Golem" am Mittwoch berichtete. Zu sehen war dabei eine Werbung für Pepsi-Cola, die sich in regelmäßigen Abständen wiederholte - zum großen Ärger der Zuschauer.

Das Problem trat dabei offenbar bei Nutzern auf, die Inhalte über die Apps des Mediastreaming-Dienstes Plex oder des australischen Pay-TV-Senders Foxtel abriefen. Zumindest in letzterem Fall hat Samsung offenbar eingeräumt, dass die unerwünschten Werbeeinblendungen auf einen Firmware-Fehler bei den Smart TVs zurückzuführen sei. Es sei keine solche Werbung für australische Kunden vorgesehen, versicherte der Konzern.

Hinsichtlich der Plex-Nutzer, die Filme aus dem lokalen Netzwerk abgespielt haben, sagte der Hersteller allerdings nichts. Laut "Golem" ist derzeit wohl davon auszugehen, dass hinter der ungefragten Reklame eine Kooperation zwischen Samsung und Yahoo steckt.

Erst Anfang der Woche hatte Samsung für einige Aufregung gesorgt, als bekannt wurde, dass Smart TVs des Herstellers offenbar Gespräche mithören, mitschneiden und an dritte weitergeben können. Ein entsprechender Hinweis in den Datenschutzbestimmungen zu den smarten Fernsehern macht auf diese Funktion aufmerksam. Darin heißt es: "Bitte seien Sie sich bewusst, dass Ihre gesprochenen Worte aufgezeichnet und an einen Drittanbieter geschickt werden." Samsung selbst versucht seither die Wogen zu glätten und weist darauf hin, dass die Spracherkennung jederzeit deaktiviert werden könne.