ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz hat am Donnerstag im ORF-Stiftungsrat seine Vorstellung für ein Operating Model der künftigen Organisationsstruktur des öffentlich-rechtlichen Senders präsentiert. Diese sieht einen integrierten Informationsbereich für Fernsehen, Radio und Online mit einem Informationsdirektor an der Spitze vor.

Geht es nach dem ORF-Chef, soll es ab 2017 im öffentlich-rechtlichen Sender unter dem Generaldirektor einen Informationsdirektor und einen Kreativdirektor geben. Wrabetz sprach wörtlich von einem „Head of Information“, der für Information und Sport verantwortlich ist, sowie einem „Head of Creative“ für Unterhaltung, Kultur, Wissenschaft und Religion. Dazu kämen wie bisher ein Kaufmännischer Direktor sowie ein Technischer Direktor. Im Informationsbereich soll es unter dem „Head of Information“ neben einem Newsroom-Koordinator und den multimedialen Ressorts und Ressortleitern im gemeinsamen Newsroom jeweils auch Channel-Chefredakteure für ORF eins, ORF 2, Ö1, Ö3, FM4 und ORF.at geben.

Wrabetz nannte das Konzept, „ein Modell, das Vielfalt und Pluralismus sicherstellt“, und eine „starke Stellung“ für die Channel-Chefredakteure vorsieht, die neben den Channel Managern der einzelnen ORF-Sender platziert werden sollen. „Das ist ein Modell, das 95 Prozent der Punkte abdeckt, die die Redakteure in ihrem Forderungspaket stehen haben.“ Die bisherigen Chefredakteure in Fernsehen und Radio wird es ab 2017 nicht mehr geben, erklärte Wrabetz.

Kritik an dem von Wrabetz präsentierten Operating Model für die ORF-Information kam umgehend vom bürgerlichen Stiftungsrat Thomas Zach. „Im Hinblick auf eine Stärkung des Binnenpluralismus ist das vorstellte Modell noch nicht ausreichend“, so der Leiter des ÖVP-„Freundeskreises“ im ORF-Aufsichtsgremium, der von einem „monolitischen Infoblock“ sprach. „Da muss noch nachgebessert werden. Zach plädierte für “starke Channels mit eigenen Info-Teams„.