Der Trend setzt sich auch 2014 fort: Nachdem die Privatsender schon 2013 an Bedeutung verloren haben, zeigt nun eine aktuelle Erhebung für das vergangene Jahr, dass RTL, ProSieben und Co. weiter an Meinungsmacht eingebüßt haben.

Die privaten Fernsehsender verlieren bei der deutschen Bevölkerung auch 2014 an Bedeutung. Diesen Trend belegen die Zahlen des am Donnerstag präsentierten Medienvielfaltsmonitors, den die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) regelmäßig erhebt. Demzufolge erzielten die Medienangebote des RTL-Mutterkonzerns Bertelsmann insgesamt nur einen 12,4-Prozent-Anteil am deutschen Meinungsmarkt. Dies entspricht einen Verlust von 1,8 Prozentpunkten seit 2012.

Der Sendergruppe ProSiebenSat.1 erging es ähnlich. Ihr Einfluss auf den Meinungsmarkt sank im gleichen Zeitraum um 1,1 Prozentpunkte auf 7,8 Prozent. Die Reichweitenverluste betrafen die beiden privaten Senderfamilien laut BLM in ihrem Hauptgeschäftsfeld, dem Fernsehen. Die Sender von ARD und ZDF erreichten 2014 dagegen zusammen einen Anteil von 29,6 Prozent am Meinungsmarkt und blieben damit im Vergleichszeitraum relativ stabil.

Allerdings verlor das Fernsehen für die Meinungsbildung der Bevölkerung insgesamt an Bedeutung. Zwar stand es mit 35 Prozent auch 2014 nach wie vor deutlich an der Spitze und hatte damit die größte Relevanz für die Meinungsbildung der Deutschen, verzeichnete aber im Vergleich zum Vorjahr Einbußen von 1,9 Prozentpunkten. Dies geht aus der aktuellen Gewichtungsstudie von TNS Infratest hervor, welche die Relevanz der einzelnen Medien für die Meinungsbildung ermittelt.

An zweiter Stelle standen die Tageszeitungen mit 21,6 Prozent, die mit 1,1 Prozentpunkten an Bedeutung verloren. Danach folgte das Internet, das mit einem Anteil von 20,2 Prozent einen Zuwachs von 2,3 Prozentpunkten verbuchte. Der Hörfunk erreichte einen Anteil von 19,9 Prozent am Meinungsmarkt und stieg damit um einen Prozentpunkt. Mit 3,3 Prozent blieben die Zeitschriften als nicht tagesaktuelles Medium zwar abgeschlagen aber relativ stabil (minus 0,3 Prozentpunkte).

Insgesamt wies der deutschlandweite Meinungsmarkt der Medien laut BLM auch 2014 eine große Angebotsvielfalt auf. Zwar erreichten die fünf größten Medienkonzerne einerseits zusammen einen Anteil von 58 Prozent am Meinungsmarkt, andererseits verteilten sich weitere 30 Prozent auf 25 Medienanbieter und zehn Prozent auf zahlreiche weitere Medienunternehmen. Bei den größten fünf Medienkonzernen lag die ARD mit 29,6 Prozent an der Spitze, danach folgten Bertelsmann mit 12,4 Prozent, Springer mit 8,5 Prozent, ProSiebenSat.1 mit 7,8 Prozent und das ZDF mit 7,2 Prozent.