Vom User Generated Content zu professionellen Inhalten: Bei dem ProSiebenSat.1-Portal MyVideo soll der Premium-Bereich künftig weiter ausgebaut werden.

MyVideo, das Online-Videoportal der ProSiebenSat.1-Gruppe, soll den Kinderschuhen entwachsen. Im Jahr 2006 ging das Projekt noch mit nutzergenerierten Inhalten an den Start. Fast neun Jahre später sollen die Inhalte des Video-on-Demand-Dienstes unter einer neuen Geschäftsführung professionalisiert werden, wie das Portal "DWDL" am Montag berichtete. Damit setze das Videoportal eine Entwicklung fort, mit der schon vor Jahren begonnen wurde, sagte Marcus Prosch, Unternehmenssprecher von ProSiebenSat.1, gegenüber DIGITAL FERNSEHEN.

In Zukunft soll auf der Videoplattform, die nach eigenen Angaben über 3,8 Millionen Videos verfügt, zunehmend mehr professioneller Inhalt verfügbar sein. Die 150 000 Videos, die bisher im Premium-Bereich angeboten werden, sollen erweitert werden. Neben Serien der ProSiebenSat.1-Gruppe soll es laut Prosch künftig mehr Inhalte geben, die über das Angebot der Senderfamilie hinausgehen. Dabei soll vor allem vermehrt auf Eigenproduktionen gesetzt werden. Mit "Der Lack ist ab" produziert ProSiebenSat.1 bereits eine neue Serie exklusiv für das werbefinanzierte Vidoeportal.

Auf diese Weise will sich MyVideo für die Zukunft rüsten. So sprach Prosch davon, demnächst auch Serien mit kürzeren Laufzeiten anzubieten, mit denen man den Anforderungen des mobilen Abrufs via Smartphone gerecht werden wolle. Eine Konkurrenz zur Bezahl-Plattform von ProSiebenSat.1 Maxdome soll sich allerdings auch in Zukunft nicht ergeben, MyVideo wird seine Inhalte weiterhin kostenlos zur Verfügung stellen.

Im Zuge des Geschäftsführer-Wechsels komme es bei dem Videoportal zu personellen Umstrukturierungen, erklärte Prosch gegenüber DIGITAL FERNSEHEN. Entlassungen werde es höchstens fünf geben. Die bisherigen MyVideo-Geschäftsführer Manuel Uhlitzsch und Malte Fehr sollen für die ProSiebenSat.1-Familie ein neues Projekt entwicklen. Bis auf den Arbeitstitel "SevenNext" gab die Sendergruppe dazu noch keine Details bekannt.