Der ORF hat 2014 zum fünften Mal in Folge positiv bilanziert. Und das, obwohl er im vergangenen Jahr keine Gebührenrefundierung erhielt. Dies geht laut einer ORF-Aussendung aus dem ORF-Jahresbericht 2014 hervor, der vor kurzem dem Nationalrat vorgelegt wurde.

Demnach habe die ORF-Konzernmutter ein - vorläufiges - positives Geschäftsergebnis von 2,9 Mio. Euro erzielt, das Konzern-EGT wurde mit 5 Mio. Euro angegeben. Allerdings seien die Umsatzerlöse, aufgrund geringerer Einnahmen aus den Programmentgelten (2014: 589,5 Mio. Euro, 2013: 615,1 Mio. Euro) und geringeren sonstigen Erlösen (2014: 101 Mio. Euro, 2013: 118,6 Mio. Euro) von 952,6 Mio. im Jahr 2013 auf 912,2 Mio. Euro im Vorjahr zurückgegangen. Ein leichtes Plus habe es indes bei den Werbeeinnahmen gegeben (2014: 221,7 Mio. Euro, 2013: 218,9 Mio. Euro).

Darüber hinaus habe man Programmvorgaben wie den öffentlich-rechtlichen Kernauftrag erfüllt, teilte der öffentlich-rechtliche Sender mit. Darunter fielen etwa die Vorgaben, ein differenziertes Gesamtprogramm von Information, Kultur, Unterhaltung und Sport für alle anzubieten, die österreichische Identität zu fördern und bei der Programmgestaltung österreichische bzw. europäische Produktionen angemessen zu berücksichtigen.

So ordnet eine vom ORF bei der Universität Wien in Auftrag gegebene Studie 20 Prozent des 2014 ausgestrahlten ORF-Fernsehprogramms inklusive ORF III und ORF Sport+ der Kategorie Information, 31 Prozent der Kategorie Unterhaltung, 19 Prozent der Kategorie Kultur und 30 Prozent der Kategorie Sport zu. Den Anteil der Sendungen mit Österreich-Bezug in ORF eins und ORF 2 gibt der ORF für 2014 mit 58,5 Prozent an, bzw. mit 73,6 Prozent in der Primetime zwischen 18.00 Uhr und 22.00 Uhr. Der Programmanteil europäischer Werke abseits von Nachrichten, Sportberichten und Spielshows betrug demnach 65,2 Prozent.

Nachgekommen sei man auch der Verpflichtung, in den Hauptabendprogrammen zwischen 20.00 und 22.00 Uhr in der Regel anspruchsvolle Sendungen anzubieten. Als Beleg dafür führte der ORF zwei Musterwochen an, wobei in beiden Wochen jeweils an einem Tag keine anspruchsvolle Sendung aufgelistet wurde. Neben klassischen Informationssendungen, Reportagen und Dokumentationen wie Thema, Report, Am Schauplatz und Universum finden sich auch Krimireihen wie Tatort, Copstories und SOKO Donau, die US-Serie „Under The Dome“, Fernsehfilme wie „Die Holzbaronin“ oder die Volksmusiksendung „Mei liabste Weis“ in der Aufstellung.