„Wir starten jetzt voll durch“, sagen Epamedia-Geschäftsführerin Brigitte Ecker und ATV-Sales-Chefin Ina Bauer im Gespräch mit HORIZONT. Beide Unternehmen haben eine exklusive Vermarktungskooperation geschlossen und wollen damit vor allem kleinere, regionale Unternehmen ansprechen. Mit ihrer Zusammenarbeit ermöglichen ATV und Epamedia ihren Kunden, regional auf Plakatwänden und national im Fernsehen präsent zu sein. Vorerst können die Kunden aus 16 verschiedenen Produkt-Paketen wählen: Von Small (zehn Plakate und 14 TV-Spots) bis X-Large (40 Plakate und 112 TV-Spots). Die Kampagnen sind immer für zwei volle Wochen geschaltet, die Presenting-Spots bei ATV laufen im Vorabendprogramm. „Die Kunden können die verschiedenen Pakete flexibel kombinieren“, sagt Brigitte Ecker. Wer also lieber mehr Plakate als TV-Spots haben will, bekommt das auch. Und andersherum.

Der erste Kunde von ATV und Epamedia ist das oberösterreichische Unternehmen Gourmetfein, dessen Plakate und TV-Spots ab dem 15. Mai zu sehen sein werden. In den kommenden Wochen und Monaten werden weitere Unternehmen folgen: „Wir führen bereits Gespräche mit Kunden, die großes Interesse zeigen“, sagt Ecker. Der Aufwand für die Kunden hält sich laut den Managerinnen in Grenzen: „Die Unternehmen stellen uns Logos, Texte und Fotos zur Verfügung, den Rest machen wir“, so die Epamedia-Geschäftsführerin. „In die Gestaltung wird der Kunde selbstverständlich involviert“, ergänzt Bauer.

Hemmungen abbauen

Drei Monate lang habe man sich intern abgestimmt, ehe man die Kooperation nun öffentlich macht. „Es gab gegenseitige Einschulungen und Workshops für die Verkaufsteams“, sagt Ina Bauer, die zwar Expertin im Verkaufen von TV-Werbung ist, nun aber auch die Vorteile von Plakatwerbung schätzen gelernt hat. Ihr geht es darum, noch immer vorhandene Hemmungen bei kleinen Unternehmen in Bezug auf die Fernsehwerbung abzubauen: „Bei vielen regionalen Kunden herrscht bislang noch immer eine gewisse Vorsicht, wenn es um TV-Werbung geht.“ Fernsehen klinge teuer, sei es letztlich aber nicht.
Durch die Kooperation mit Epamedia und das direkte Ansprechen regionaler Unternehmen tritt ATV nun natürlich in Konkurrenz mit zahlreichen Lokalmedien. Erst 2013 wurde mit R9 ein Vermarkter für lokale Fernsehsender gegründet. „Um die Lokalsender mache ich mir keine Sorgen – sie haben ihre Stärke in der Regionalität, wir in der nationalen Reichweite“, so Bauer.

Auch die Mediaagenturen hätten nichts zu befürchten, sagt Ecker: „Wir sprechen mit unserem Produkt kleine, regionale Kunden an. Diese Unternehmen haben meist keine Mediaagenturen.“ In Zukunft wollen Epamedia und ATV ihre Kooperation ausbauen und weitere Produkte an den Start bringen: „Wir haben schon Ideen für die Zukunft“, sagen Ecker und Bauer. Noch sei es aber zu früh, sich darüber zu unterhalten.

Durch die Kooperation dürfte auch das Thema regionalisierte Werbung bei TV-Sendern wieder stärker in die medienpolitische Debatte einfließen. In Deutschland hat sich die ProSiebenSat.1-Gruppe gerade erst das Recht der regionalisierten Werbung erstritten und will auf diesem Gebiet bald loslegen. Die deutschen Verleger schäumen bereits vor Wut und auch die lokalen Fernsehsender laufen Sturm gegen die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts. Für Ina Bauer ist das Thema noch in weiter Ferne: „Regionalisierte Werbefenster wird es bei ATV in naher Zukunft nicht geben.“ Man habe aber schon jetzt einige Sendungen, die in gewissen Regionen sehr stark sind, etwa „Bauer sucht Frau“. Auch hier will man bei ATV mehr als bislang machen und rund um die Formate mehr Werbemöglichkeiten für regionale Kunden anbieten.

‚Kommen uns nicht in die Quere‘
Sowohl Ina Bauer als auch Brigitte Ecker sind sich sicher, dass die Kooperation zwischen beiden Unternehmen viele Vorteile für kleine Unternehmen haben wird. „Wir bieten effiziente, auf Kundenbedürfnisse zugeschnittene, leistbare Medienpakete an“, sagt Ecker. Bauer spricht von einer „guten Ergänzung“ der beiden Werbeformen. „Wir kommen uns nicht in die Quere“, so die ATV-Managerin. Anders sehe das wohl auf dem klassischen Print-Markt aus, mit dem man ja durchaus auch hätte kooperieren können.