Wenn im kommenden Jahr die Bundesliga-Rechte neu vergeben werden, könnten auch die Privatsender zum Zug kommen. Interesse ist da. Derweil stößt die Idee der DFL, die "Sportschau" zu verkürzen, auf heftigen Gegenwind.

Im Frühjahr 2016 wird es in Sachen Fußball auch fernab des Rasens wieder wichtige Entscheidungen geben, denn im kommenden Jahr werden die TV-Rechte der Bundesliga neu vergeben. Derzeit hält der Pay-TV-Anbieter Sky sämtliche Live-Rechte in der Hand, doch das könnte sich in Zukunft auch wieder ändern, denn die Karten werden bei der Vergabe neu gemischt. Aktuell scheint es zwar keinen ernstzunehmenden Konkurrenten für Sky zu geben, doch auf einen solchen hofft die Deutsche Fußball Liga (DFL) insgeheim. Denn nur mit einem ordentlichen Wettbewerb dürften auch die Preise für die TV-Rechte in die Höhe klettern, so wie die DFL es sich nach dem Mega-Deal aus England sicherlich erhofft.

An einer anderen Stelle scheint ein Wettstreit mittlerweile wahrscheinlicher, denn angesichts des neuen Rechte-Modells, dass die DFL derzeit beim Kartellamt zur Prüfung vorliegen hat, scheint auch das Interesse im Free-TV gestiegen zu sein. "Die Ausschreibung wird viele interessante Pakete haben, die wir uns genau anschauen werden", zitierte der "SID" Sat.1-Sportchef Alexander Rösner. Bei RTL gab man sich dagegen bedeckter und sprach von wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die passen müssten.

Für die ARD, die die Bundesliga seit Jahren in der "Sportschau" begleitet, könnte das Interesse der Privaten mehr Konkurrenz bedeuten. Vor allem RTL hat dabei zuletzt gezeigt, dass der Sender in Sachen Fußball durchaus Ambitionen hat. So schnappten die Kölner den Öffentlich-Rechtlichen die EM-Qualifikationsspiele der deutschen National-Elf weg, die seit einem dreiviertel Jahr nun schon bei RTL übertragen werden. Mit der Bundesliga könnte man hier ein echtes Schwergewicht nachlegen und auch Sat.1 hat verstärkt die Absicht, sich in Sachen Sport breiter aufzustellen.

Entscheidend wird hier aber wohl die Frage sein, wie die einzelnen Pakete aussehen werden, von denen die DFL künftig acht statt der bisherigen sechs ausschreiben will - auch das ein Versuch, mehr Geld einzuspielen. Zudem wird der Preis entscheidend sein, denn wie RTL schon anmerkte, muss ein solcher Deal wirtschaftlich tragbar sein.

Ordentlich Gegenwind bekommt die DFL dagegen hinsichtlich ihrer Idee, die "Sportschau" - oder ein mögliches Pendant bei einem anderen Sender - von aktuell 90 Minuten um die Hälfte auf 45 Minuten zu kürzen. Die Kritik kommt dabei von den Sponsoren der Bundesliga, die den Erhalt des aktuellen Modells fordern - ganz gleich ob im öffentlich-rechtlichen Fernsehen oder gegebenenfalls bei einem Privatsender. "Eine TV-Präsenz für möglichst viele Zuschauer ist essenziell für alle", sagte Joachim Strunk, Vorstand der Sponsorenvereinigung "S20", gegenüber der "Sport Bild". Dabei gehe es nicht nur um die Interessen der Sponsoren, sondern auch um die der Fans und der Vereine.

Denn sollte künftig weniger Bundesliga im Free-TV zu sehen sein, würde sich das auch auf die Zahlungsbereitschaft der Sponsoren auswirken, immerhin verringert sich durch eine mögliche Kürzung der Sendezeit auch deren Präsenz im Fernsehen. Das würde sich wiederum auch auf die Vereine auswirken, die damit geringere Einnahmen erzielen könnten.