Wie das "Handelsblatt" berichtet, soll ProSiebenSat.1 Interesse an der Scout24-Gruppe haben. Der Deal würde zur Kauflaune des Konzerns passen, aber gleichzeitig bedeuten, dass sich der eigentliche TV-Konzern erneut mehr zu einem E-Commerce-Unternehmen wandeln würde.

Nachdem erst kürzlich wieder eine Fusion von ProSiebenSat.1 und Springer im Raum stand, will das "Handelsblatt" nun aus "Bankenkreisen" erfahren haben, dass der Konzern Interesse an der Scout24-Grupppe, zu der unter anderem AutoScout24, FriendScout24 und ImmobilienScout24 gehören, hat. Da ProSiebenSat.1-Chef Thomas Ebeling derzeit aktiv nach strategischen Partnern sucht, würde ein solcher Deal zur aktuellen Kauflaune des Unterföhringer Konzerns passen.

Offenbar gibt es für den TV-Konzern zwei Optionen: Entweder ProSiebenSat.1 übernimmt die Anteilsmehrheit oder begnügt sich mit einem Minderheitsanteil und lässt sich einen Börsengang im Oktober garantieren. In Unternehmerkreisen heißt es, dass Scout24 ohnehin noch in diesem Jahr an die Börse gehen wolle.

So oder so handelt es sich bei der Scout24-Gruppe keinesfalls um ein Schnäppchen: 2013 wurde das Unternehmen mit mehr als 2 Milliarden Euro bewertet. Aus diesem Grund spekuliert das "Handelsblatt" über eine mögliche Minderheitsbeteiligung und kostenlose TV-Werbung als Teil der Kaufsumme. Diese Strategie wurde bereits in der Vergangenheit gern von ProSieben verfolgt.

Knapp zwei Jahre ist es her, dass die die Deutsche Telekom 70 Prozent von Scout24 an den Finanzinvestor Hellman & Friedman verkauft hat. Ein geplanter Börsengang des Unternehmens kam bisher jedoch nicht zustande. Sollte ProSiebenSat.1 jedoch mit dem Springer-Verlag zusammenkommen, könnte es kartellrechtliche Probleme mit Scout24 geben: Springer hält nämlich die Mehrheit der Immobilienportale Immonet und Immowelt, die die maßgeblichen Konkurrenten von ImmobilienScout24 auf dem Online-Wohnmarkt sind.