Australien ist tatsächlich eine Piraterie-Hochburg, wie eine vom australischen Department of Communications beauftragte Studie zeigt. Mehr als vier von zehn Usern, die online Medieninhalte konsumieren, haben schon auf illegale Quellen zurückgegriffen. Das entspricht gut einem Viertel der Gesamtbevölkerung. Viele dieser Piraten sind aber eigentlich sehr gute Kunden. Denn jene, die Content auch auf legalem Weg beziehen, haben im ersten Jahresviertel im Schnitt sogar mehr Geld dafür ausgegeben als Nutzer, die ausschließlich legale Quellen nutzen.

Content-Industrie profitiert
Australien gilt als Piraterie-Hochburg, und das der von TNS Australia durchgeführten Befragung von 2.630 Australiern ab zwölf Jahren zufolge durchaus zurecht. Denn der Anteil der Online-Konsumenten, die schon illegal Medieninhalte wie Musik oder Fernsehserien bezogen haben, liegt mit 43 Prozent doppelt so hoch wie in Großbritannien. Allerdings sind nur etwa ein Viertel dieser Nutzer Hardcore-Piraten, die Inhalte nur illegal beziehen. Der Rest sind eigentlich sogar gute Kunden für die Content-Industrie - sie geben letztendlich mehr Geld aus als User, die illegale Angebote gänzlich meiden.

Jene Australier, die sowohl legale als auch illegale Quellen nutzen, haben der Studie zufolge im ersten Jahresviertel 2015 für Musik, Filme sowie TV-Inhalte knapp die Hälfte mehr ausgegeben als stets legale Kunden. Das passt zu einem gängigen Piraten-Argument: Gut ein Drittel der Befragten verwies explizit darauf, dass Piraterie die Möglichkeit biete, Inhalte vor dem definitiven Kauf anzutesten. Dem steht freilich gegenüber, dass jeweils mehr als die Hälfte angaben, dass sie illegale Inhalte konsumieren, weil diese gratis beziehungsweise leicht verfügbar sind. Letzteres passt gerade in Australien sehr wohl auch zu zahlungswilliger Kundschaft.

Zahlungswillige Mischkunden
Es ist immerhin erwiesen, dass Australier oft aufgrund später Erstausstrahlungen zu Film- und Serienpiraten werden. Bei der aktuellen Umfrage haben 36 Prozent der Teilnehmer angegeben, dass gleichzeitige Erstausstrahlungen sie von illegalem Content-Konsum abhalten können. Dazu gesellt sich Kritik an den bestehenden legalen Quellen. Jeweils knapp 40 Prozent der australischen Piraten würden bei günstigeren beziehungsweise besser verfügbaren legalen Angeboten in Erwägung ziehen, von illegalen Inhalten Abstand zu nehmen.