NDR und ARTE arbeiten derzeit an einer großen Dokumentation über die Geschichte des Hamburger Hafens. Die 90-minütige Zeitreise unter dem Arbeitstitel "Gigant des Nordens - der Hamburger Hafen" erzählt erstmals seine gesamte Geschichte von 1189 bis heute. Die Dreharbeiten beginnen am 4. August auf der Elbinsel Krautsand, weitere Drehorte sind Stade und Bremen. Autorin des Films ist Cristina Trebbi, Regie führt Stefan Schneider. Als historischer Fachberater ist Prof. Martin Krieger von der Universität Kiel dabei. Hergestellt wird die Doku von der Produktionsfirma Gruppe5Film ("Terra X", "Die Deutschen", "Der Primus - Franz Josef Strauß"). ARTE und das NDR Fernsehen zeigen den Film im kommenden Jahr.

Mit Hilfe von Inszenierungen, dokumentarischen Sequenzen, Experteninterviews, Archivmaterial und aufwändigen Computeranimationen geht der Film bis in die frühen Anfänge des 12. Jahrhunderts zurück. Die Dokumentation erzählt vom Aufstieg und Fall der Hanse, von der Entwicklung zum Welthafen nach der Entdeckung Amerikas und vom rasanten Wandel des Warenumschlags während der industriellen Revolution. Dabei spannt die Dokumentation immer wieder Bögen in die Gegenwart und zeigt die wiederkehrenden wirtschaftlichen, technischen und sozialen Herausforderungen auf, denen sich der Hafen seit seinen Anfängen in einem permanenten Strukturwandel stellen musste. Beleuchtet wird aber auch die Alltagsgeschichte der "kleinen Leute" mit ihren oft sehr harten Lebensbedingungen. Spielszenen stellen wichtige Wendepunkte der Hafengeschichte nach: die eigentliche Gründung durch ein angebliches Privileg des Kaisers Barbarossa, die "Franzosenzeit" während der Kontinentalsperre Anfang des 19. Jahrhunderts und die Entscheidung für den Bau eines offenen Tidehafens. Gezeigt wird auch, wie Alfred Ballin die Auswanderung revolutionierte, der junge Arzt Bernhard Nocht die Cholera besiegte und wie der erste Elbtunnel gebaut wurde. Nicht realisiert wurden die größenwahnsinnigen Pläne des Architekten Konstanty Gutschow für den Bau einer "Führerstadt"; auch sie sind Thema des Films.

Produzent ist Stefan Schneider. Die Redaktion haben Dirk Neuhoff (NDR Dokumentation & Reportage) und Maiken Nielsen (NDR Landesfunkhaus Hamburg) sowie Monika Schäfer (NDR/ARTE). Der Film wird gefördert mit Mitteln der nordmedia - Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH.