Der Musikstreamingdienst Spotify bietet seinen Nutzern seit Mai 2015 ein breiteres Entertainment-Angebot - unter anderem auch mit Inhalten klassischer Radiostationen an. Die Sender wollen von der digitalen Reichweite der Schweden profitieren und den Kontakt mit ihren Hörern vertiefen. Doch im Gegensatz zu einigen öffentlich-rechtlichen Wellen reagieren die Privatradios eher verhalten, berichtet der Mediendienst kressreport in seiner aktuellen Ausgabe.

Mit einem Mix aus Musik, Moderation, Nachrichten, Service oder gebauten Beiträgen würden Spotify, Deezer & Co. dem linearen Radio ein Stück ähnlicher. Wilm Hüffer, Referent des SWR-Hörfunkdirektors, sieht darin keine Gefahr, hieß es. Neben dem Bayerischen Rundfunk und Deutschlandradio gehört der SWR inzwischen zu den hiesigen Partnern von Spotify, die dem Dienst Audio- beziehungsweise Video-Inhalte zur Verfügung stellen. Hüffer betont, dass Spotify „weder Freund noch Feind“ sei, sondern einer von mehreren Ausspielwegen. Zur Verfügung gestellte Inhalte könnten jederzeit zurückgenommen werden.

Die Privatradios tun sich mit einer Partnerschaft bislang schwerer. So räumt bigFM-Chef Kristian Kropp zwar ein, dass jeder neue Vertriebsweg für die Inhalte von Radiosendern hilfreich sei, worunter er auch Spotify fasst. Doch: „Ob es der Musikmarke Spotify hilft, zum Audio-Mash-up zu werden, glaube ich nicht.“, berichtet der Mediendienst abschließend. Warum einigen Vertretern des Radiolagers Spotifys Partnerschaftsangebot nicht ganz geheuer ist und wie sie darauf reagieren wollen, lesen sie in der aktuellen Ausgabe bei den Kollegen des Mediendienstes.