Im Juli 2016 wird über DVB-T2 auch terrestrisch Fernsehen in HD zu empfangen sein. Und bereits zum Auftakt werden viele Regionen in ganz Deutschland abgedeckt sein, wie eine veröffentlichte voraussichtliche Karte zeigt.

Wenn der neue terrestrische Standard DVB-T2 im Sommer 2016 eingeführt wird, werden über Antenne auch HD-Sender zu sehen sein. Und obwohl der Start in den Ballungszentren erfolgen wird, sind voraussichtlich von Anfang an weite Teile Deutschlands abgedeckt. Darauf lässt zumindest eine vom Plattformbetreiber Media Broadcast veröffentliche Karte schließen.

Demnach profitieren vor allem der Norden und Nordosten Deutschlands, auch große Teile Nordrhein-Westfalens und des Rhein-Main-Gebiets sollen bereits abgedeckt sein. Zu sehen sein werden zu Beginn nur ein Teil der öffentlich-rechtlichen und privaten Sender, bereits im ersten Quartal 2017 sollen jedoch alle 40 bis 45 Programme zu empfangen sein.

Sechs Multiplexe werden über verschiedene Frequenzen DVB-T2 bundesweit verbreiten. Dabei stehen öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern jeweils drei Multiplexe zur Verfügung. ARD und ZDF haben zwar noch nicht bekannt gegeben, welche Sender genau übertragen werden, angesichts von etwa sieben HD-Kanälen pro Sender wird sich das Angebot aber kaum vom über Satellit verbreiteten Programm unterscheiden.

Die verbesserte Bildqualität via DVB-T2 bekommen die Zuschauer allerdings nicht kostenfrei zur Verfügung gestellt. Denn die HDTV-Sender der Privaten sind nicht frei zugänglich, sondern werden verschlüsselt übertragen und nur gegen Bezahlung zu sehen sein. Ob sich diese Idee nicht als Eigentor erweist, muss sich zeigen. Die Verschlüsselungsplattform Viseo Plus erwies sich in der Vergangenheit als Flop. Theoretisch erreichen die Privatsender mit dem neuen Standard schon zum Start terrestrisch mehr Menschen als mit DVB-T. Und diese sollen in der Einführungsphase auch die Privatsender noch kostenlos in HD erleben können. Erst zum Start des kompletten Programms 2017 soll das Programm kostenpflichtig werden.