Der von mehreren Skandalen erschütterte Fußball-Weltverband Fifa und sein noch amtierender Präsident Sepp Blatter stehen weiter im Fokus. Der Verkauf der TV-Rechte für die Weltmeisterschaften 2010 und 2014 könnte für Blatter nun Folgen haben.

Spätestens seit dem angekündigten Rückzug von Fifa-Präsident Sepp Blatter und der zeitgleich stattfindenen Verhaftung mehrerer hochrangiger Funktionäre hat sich das Bild des Fußball-Weltverbandes als von Korruption und Gier zerfressener Verband festgesetzt. Blatter selbst beteuerte bisher immer seine Unschuld und schob jegliche Verantwortung weit von sich. Nun bringt der Schweizer Rundfunk und Fernsehen (SRF) den scheidenden Präsidenten erstmals direkt mit Unregelmäßigkeiten in Verbindung.

Einem Bericht der Sendung "10 vor 10" zufolge hat die Fifa dem Karibischen Fußballverband (CFU) 2005 die Fernseh-Übertragungsrechte für die Weltmeisterschaften 2010 und 2014 weit unter Marktwert verkauft. So fielen für die Übertragung des Turniers in Südafrika nur 250 000 US-Dollar, für die WM in Brasilien 350 000 Dollar an - laut dem australischen Unternehmer Jaimie Fuller "nur etwa fünf Prozent des Marktwerts". Der Vorsitzende der CFU war damals Jack Warner, der die Medienrechte 2007 für geschätzte 15 bis 20 Millionen Dollar weiterverkaufte.

Warner soll wegen Korruptionsverdacht in die USA ausgeliefert werden. Der Vertrag könnte nun auch Folgen für Blatter haben, denn nach Angaben des SRF hat der Präsident den Vertrag persönlich unterschrieben. Laut der Rechtsprofessorin Monika Roth stelle sich nun die Frage, ob dies ein Freundschaftspreis oder ein kaufmännisch korrekt berechneter Preis sei. Dies müsse nun die Bundesstaatsanwaltschaft ermitteln, die zu dieser Entwicklung aber keine Stellung nehmen wollte.