In der vergangenen Woche wurden zwei ZDF/ARTE-Koproduktionen mit dem renommierten Prix Italia ausgezeichnet. In der Kategorie TV/Documentary Cultural war der Dokumentarfilm „1989 - Poker am Todeszaun“ erfolgreich. Das crossmediale Projekt „Netwars/Out of CTRL“ erhielt den Preis in der Kategorie Web/Best Trans-Media Experience, teilte das ZDF mit.

Im Stile eines Politkrimis schlüsselt „1989 - Poker am Todeszaun“ die Ereignisse um die Öffnung der ungarischen Grenze im Jahre 1989 aus der Perspektive des damaligen ungarischen Ministerpräsidenten Miklós Németh auf. Der Film beleuchtet einen bislang wenig beachteten Aspekt der „Wende“ und beschreitet formal neue Wege: Mit einer innovativen Mischung aus Archivmaterial, nachgesprochenen Tonsequenzen, Protokollen und Zeugenberichten blickt er in das Innere des wankenden sozialistischen Machtapparats und macht in einer filmisch starken Erzählung Geschehnisse, die zumeist hinter geschlossenen Türen stattgefunden haben und von denen es nur schriftliche Auszeichnungen gibt, eindrücklich nachvollziehbar.

Regie führten Anders Østergaard und Erzebéth Rácz. Der Film entstand als internationale Koproduktion von ZDF und Gebrüder Beetz Filmproduktion sowie Magic Hour Films, Proton, rbb und DR, NRK, VPRO, YLE in Zusammenarbeit mit ARTE und mit Unterstützung des Medienboard Berlin-Brandenburg und Eurimage. Deutscher Produzent ist der mehrfache Grimme-Preisträger Christian Beetz, Producer Georg Tschurtschenthaler. Die Redaktion bei ARTE/ZDF hat Martin Pieper. Der Film wurde am 9. November 2014 auf ARTE ausgestrahlt. „Netwars/Out of CTRL“ wurde von den Berliner Produktionsfirmen Filmtank (Michael Grotenhoff und Saskia Kress) und Miiqo Studios (Lena Thiele und Sebastian Baurmann) für den ZDF/ARTE Themenabend „Cyberwar“ in Zusammenarbeit mit der Redakteurin Sabine Bubeck-Paaz entwickelt. Unter „Aufsicht“ eines Cyberdealers, den Nikolai Kinski verkörpert, erfahren die Nutzer der interaktiven Webserie auf spielerische Weise, wie schnell sie selbst Teil des Krieges im Netz werden können. Die Jury des PRIX ITALIA honorierte die kreative Webdoku als „fesselnd, nicht nur für junge Zuschauer, sondern für alle, die online gehen“.