Sdafrika ein Land der extremen Gegenstze, unermesslich reich an natrlichen Ressourcen, atemberaubenden Landschaften und lebendiger Kultur. Doch es ist auch ein Land, das eine blutige Geschichte hinter sich hat eine Geschichte von Auseinandersetzungen zwischen der Urbevlkerung und neuen Siedlern, zwischen Einheimischen und einer Kolonialmacht und schlielich den Siedlern untereinander. Letztendlich war es fast ein halbes Jahrhundert geprgt von einer staatlich verordneten Apartheid. Auch wenn die Grausamkeit dieses Systems vor allem im Bewusstsein der farbigen Bevlkerung noch immer prsent ist, hat sich Sdafrika in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu einer multikulturellen Regenbogen-Nation entwickelt. Das war Ideal und Wunsch von Sdafrikas Nationalhelden und Langzeitprsidenten Nelson Mandela, dessen Geburtstag sich am 18. Juli zum 100. Mal jhrt. Im Rahmen eines ORF-Programmschwerpunkts zum 100. Geburtstag des sdafrikanischen Freiheitshelden (Details unter http://presse.ORF.at) zeigt die dreiteilige Universum History-Dokumentation Kap der Strme Land der Hoffnung von Judith Vlker (Bearbeitung: Josef Peter Glanz) Sdafrikas Weg vom Kap der Strme zu einem Land der Hoffnung. Der zweite Teil Krieg um Kolonien erzhlt am Freitag, dem 13. Juli 2018, um 22.30 Uhr in ORF 2 von den Kriegen um Land und Macht in Sdafrika. Gold- und Diamantenfunde bringen blutige Konflikte, Briten und Buren teilen das Land unter sich auf, die schwarze Bevlkerung bleibt rechtlos. Der dritte und letzte Teil Apartheid und Aufbruch folgt am Freitag, dem 20. Juli.

Im 18. Jahrhundert haben die weien Siedler eine eigene Sprache und Identitt entwickelt und nennen sich Buren. Doch mit der Ankunft der Briten 1795 am Kap ndert sich alles. Englisch wird Amtssprache, die Sklaverei abgeschafft. Den Buren missfllt die liberale Gesinnung der Englnder, sie bereiten sich zum Auszug aus dem britisch beherrschten Land vor. Das Unternehmen geht als Groer Treck in die Geschichte ein und wird von den Buren zum biblischen Exodus verklrt, wie der Auszug aus gypten. Mit den Englndern kommen auch Missionare ins Land. Im Dienste der Missionierung werden Schulen und Kirchen gebaut. Die Ausbildungsmglichkeit macht den Glauben attraktiv fr einheimische Vertriebene, denen die Buren das Land geraubt hatten. So auch fr Sol Plaatje, dessen Werdegang diese Dokumentation verfolgt: von seiner Zeit bei den Missionaren bis zur Grndung des Afrikanischen Nationalkongresses ANC.Briten und Buren bekmpfen sich gegenseitig und dringen immer tiefer in Gebiete ein, die seit Urzeiten die Territorien verschiedener afrikanischer Ethnien sind. Es folgen blutige Auseinandersetzungen, die Weien nehmen das Land mit Gewalt ein. Die Buren rufen immer neue Republiken aus. Briten wie Buren leben in einem fast permanenten Kriegszustand mit den afrikanischen Ureinwohnern dem weitaus grten Teil der Bevlkerung Sdafrikas. Der Fund von Diamanten und Gold sollte auch nur den Kolonialmchten Reichtum bringen. Das Land wird in die Industrialisierung katapultiert, die Metropole Johannesburg entsteht. Die Briten wollen die Burenrepublik unter ihre Herrschaft bringen und bestehen auf Mitsprache in der burischen Regierung. Als die Spannungen zunehmen, kommt es zu Verhandlungen. Doch sie scheitern, ein Krieg beginnt.

Anhand der Geschichte des Buren Deneys Reitz wird die blutige Geschichte des Konflikts nachgezeichnet. Anfangs gelingen den Buren spektakulre Erfolge, sie setzen auf Guerillataktik. Die Briten antworten mit einem Krieg der verbrannten Erde: Farmen werden zerstrt, die Familien der Buren in Konzentrationslager gesperrt. Zehntausende Kinder und Frauen sterben in den Lagern der Briten. Fr die Buren eine traumatische Erfahrung. Unter diesen Bedingungen geben sie 1902 auf.

Hauptverlierer des Krieges aber ist die schwarze Bevlkerung. Von beiden Seiten werden Abertausende zu Hilfsarbeiten zwangsverpflichtet und ausgebeutet, in Lager gesperrt, ermordet. In einem Friedensvertrag machen die Briten den Buren groe Zugestndnisse, darunter freie Wahlen in den Burenstaaten. Sie teilen das Land unter sich auf, ohne Rcksicht auf die schwarze Bevlkerung. 1910 werden die Kolonien zur Union von Sdafrika vereinigt Schwarze haben weiterhin kein Wahlrecht. Aus Protest wird 1913 der ANC der African National Congress gegrndet. Doch bis in Sdafrika alle Einwohner die gleichen Rechte haben, ist es noch ein langer Weg.