Mit kulturellen Zukunftsplnen und Zukunftssorgen befasst sich der von Martin Traxl prsentierte kulturMontag am 14. Jnner 2019 um 22.30 Uhr in ORF 2. So setzt sich die Sendung anlsslich des bevorstehenden Brexit mit der britischen Kulturszene auseinander, die ein zweites Referendum fordert. Auerdem geht es um die Zukunft des Wiener Volkstheaters, dessen Intendanz seit gestern neu ausgeschrieben ist, ebenso wie um die Reformvorhaben der seit Jnner bestellten neuen Prsidentin des Bundesdenkmalamts Erika Pieler.

Anschlieend an das Magazin steht die Dokumentation Herbert Brandl Kunst und Obsession (23.15 Uhr) anlsslich des 60. Geburtstags des sterreichischen Malers (17. Jnner) auf dem Programm.

Der Sprung ins Ungewisse der Brexit und die Kunst
Am 15. Jnner will die britische Premierministerin Theresa May erneut den Versuch starten und ber das umstrittene Brexit-Abkommen im Unterhaus abstimmen lassen. Whrend sich die Diplomaten beider Seiten um ein Ende des Chaos rund um den EU-Ausstieg bemhen, mehren sich angesichts der Pattsituation die Forderungen nach einem zweiten Referendum. Vor allem in der britischen Kulturszene regt sich der Widerstand. Snger und Aktivist Bob Geldof, der vor einem selbstgebauten kulturellen Gefngnis warnt und den Untergang der Popmusik als eine der wichtigsten Exportindustrien ortet, hat einen offenen Brief an May aufgesetzt, den Knstler wie Sting, Jarvis Cocker oder Ed Sheeran unterzeichnet haben. Auch Berhmtheiten aus der Welt der klassischen Musik sind vertreten, etwa Bach-Interpret John Eliot Gardiner oder Simon Rattle, der das London Symphony Orchestra leitet. Aber auch die Kunstwelt warnt vor dem Ausstieg. Der sterreichische Stargalerist Thaddaeus Ropac, der seit 2017 in Mayfair mitten in London eine Dependance erffnet hat, sieht vor allem den Leihverkehr fr Museen betroffen. Whrend die schottische Schriftstellerin A.L. Kennedy prinzipiell groe Gefahren fr den kulturellen Austausch sieht, ist der renommierte Architekt Patrik Schumacher vom Bro Zaha Hadid in London pro Brexit. Der kulturMontag bringt eine Reportage aus England.

Identittskrise und Zukunftssorgen Quo vadis Volkstheater?
Ein klassische Repertoirehaus, ein kleines Paradies fr die freie Szene oder doch einfach ein Abspielplatz fr ein Tourneetheater? Wiens Kulturstadtrtin Veronica Kaup-Hasler sucht fr das ehrwrdige Wiener Volkstheater ein neues Profil und steht dabei vor einer schwierigen Aufgabe. Die glcklose Intendantin Anna Badora, die 2020 das Feld rumen wird, hat mit enormem Zuschauerschwund und rcklufigen Kulturbudgets zu kmpfen. Seit 10. Jnner ist die Leitung des Hauses ausgeschrieben. Zentrale Schwierigkeiten waren bisher das mit 12,4 Millionen Euro jhrlich schmale Budget und seine mit 870 Sitzpltzen immense Gre. Darber klagten bereits Badoras Vorgnger Emmy Werner und Michael Schottenberg. Whrend Publikumsliebling Maria Happel ihr Interesse bereits ffentlich bekundet hat, wird Veronica Kaup-Hasler Ende Mrz gemeinsam mit einer Expertenjury entscheiden, wer das Volkstheater ab 2020 bernehmen wird. Vorerst bleibt jedoch noch alles beim Alten und Anna Badora hat ihren langjhrigen Theaterweggefhrten Duan David Pařzek eingeladen, Grillparzers Knig Ottokars Glck und Ende zu inszenieren. Eine vielleicht programmatische Produktion auf der Suche nach einem guten neuen Herrscher, die Ende Mrz beendet sein soll.

Zurck in die Zukunft Neuerungen bei sterreichs Denkmalschutz
Seit geraumer Zeit sorgt der heimische Denkmalschutz fr Zndstoff, sei es das umstrittene Projekt am Wiener Heumarkt, das historische Zentrum in Gastein oder die Otto-Wagner-Grnde am Steinhof. Schon unter der letzten Regierung wurde ein Reformprozess eingeleitet, ein Rechnungshofbericht aus dem Jahr 2017 verlangte eine klare und einheitliche Aufgaben-, Kompetenz- und Verantwortungsstrukturreform. Vorrangige Intention msse es sein, die Rolle des Bundesdenkmalamts zu strken vor allem in personeller Hinsicht. Mit Erika Pieler will Kulturminister Gernot Blmel nun die Richtige gefunden haben. Mit 1. Jnner 2019 bernahm die 41-jhrige Wienerin den Posten als neue Leiterin des Bundesdenkmalamts, auf den ihr bisheriger Karriereweg geradezu hinzusteuern schien. Seit Jnner 2014 war Pieler Richterin am Bundesverwaltungsgericht und dort eine von drei Zustndigen fr die Denkmalschutzmaterie. Zuvor war sie jahrelang im Bildungsministerium fr Denkmalschutz ttig. Im kulturMontag verrt die studierte Archologin und Juristin ihre Plne und Strategien.

Portrt Herbert Brandl Kunst und Obsession (23.15 Uhr)
Herbert Brandl hat alles erreicht, was man als zeitgenssischer Knstler erreichen kann. Seine Gemlde hngen in den bedeutendsten Sammlungen, er wird von den besten Galerien vertreten, unterrichtet auf einer der angesehensten Kunstunis, nimmt an Biennalen und Documentas teil und kann schon lange und gut von seiner Kunst leben. Er arbeitet schnell oder gar nicht. Ein 2x4-Meter-Bild entsteht schon einmal in einer Stunde obsessiver Arbeit. Trotz explosiver Ausdruckskraft sitzt jeder Pinselstrich. Der Film von Ines Mitterer begleitet den Maler Herbert Brandl und lftet ein paar Geheimnisse um diese kaleidoskopisch schillernde Persnlichkeit, einen der wichtigsten Knstler unserer Zeit.