Wolle von Merinoschafen wird immer beliebter. Mit 88 Prozent ist Australien der weltweit grte Produzent. Doch das Tierwohl spielt auf den allermeisten australischen Farmen keine Rolle. "ZDFzoom" beleuchtet am Mittwoch, 13. Februar 2019, 22.45 Uhr, den "Merino-Boom" und berichtet ber den "wahren Preis der Kuschel-Wolle".

Um mglichst viel Wolle zu produzieren, sind Merinoschafe berzchtet: je mehr Hautfalten, desto mehr Wolle. Das Problem: Hautfalten sind Angriffsziel fr Fliegenmaden. Um das zu verhindern, werden Lmmern Falten um den After weggeschnitten meist ohne Betubung. "ZDFzoom" fragt: Wie viel Leid steckt in der Merinowolle, und wie knnen Verbraucher in Erfahrung bringen, ob fr ein Produkt Tiere leiden mussten?

Autorin Joanna Michna gibt sich als Kundin aus und macht den Test. Sie fragt deutsche Hndler und Label: Wissen sie, welche Wolle in ihren Produkten steckt? Das Ergebnis ist ernchternd: Von 34 angeschriebenen Unternehmen kann keines auf eine transparente Lieferkette hinweisen. Und auch die bekannten Zertifikate bringen keine Klarheit.

Die "ZDFzoom"-Autorin begibt sich auf Spurensuche. Sie will wissen, unter welchen Bedingungen die Wolle gewonnen wird. Ihr Weg fhrt sie zunchst nach Australien. Dort wird auf den meisten Schaffarmen bei Lmmern das sogenannte Mulesing angewandt, benannt nach seinem Erfinder John Mules. Damit ist das Entfernen parasitenanflliger Hautfalten bei Schafen gemeint. Fast 90 Prozent der Wolle Australiens stammt von auf diese Weise verstmmelten Schafen. Joanna Michna spricht mit Farmern und Insidern, mit Mulesing-Verfechtern und mit Schafzchtern, die ihre Tiere durch alternative Methoden schtzen. 75 Prozent der australischen Wolle geht nach China zur Weiterverarbeitung. Auch dort macht sich das ZDF-Team ein Bild. Das ZDF-Wirtschafts- und Verbrauchermagazin "WISO" berichtet bereits in seiner Ausgabe am Montag, 11. Februar 2019, 19.25 Uhr im ZDF, ber den wahren Preis der Kuschel-Wolle. In der ZDFmediathek ist die komplette "ZDFzoom"-Dokumentation ber den "Merino-Boom" am Mittwoch, 13. Februar 2019, 18.00 Uhr, verfgbar.