Am 25. Mai feiert die Wiener Staatsoper ihr 150-jähriges Jubiläum, das der ORF mit einem umfassenden Programmschwerpunkt (Details unter presse.ORF.at) würdigt. So präsentiert der „kulturMontag“ am 20. Mai, um 22.30 Uhr in ORF 2, eine Spezialausgabe live aus dem Schwind-Foyer des Hauses am Ring. Die von ORF-TV-Kulturchef Martin Traxl moderierte Sendung, diesmal vor Publikum, blickt u. a. auf die bewegte Geschichte der Wiener Oper und ihren Weg zu einem der weltweit bedeutendsten Kulturbetriebe. Thema ist auch die Jubiläumsproduktion „Die Frau ohne Schatten“ unter der Leitung von Christian Thielemann, die am 150. Jahrestag der Eröffnung des Opernhauses ihre Premiere feiert. Außerdem befasst sich das Kulturmagazin u. a. mit der Leidenschaft für das Genre Oper, die sich von der Musik auf Ausführende und Publikum gleichermaßen überträgt und lädt hochkarätige Gäste wie Christa Ludwig, Anna Netrebko, Christian Thielemann, Yusif Eyvazov und Hausherr Dominique Meyer zu einer spannenden Diskussion über Vergangenheit und Zukunft des Opernhauses.

Zum Ausklang der Sendung interpretiert Bariton Samuel Hasselhorn die „Champagner-Arie“ aus Mozarts „Don Giovanni“, jene Oper, mit der das Haus vor 150 Jahren eröffnet wurde.

Anschließend an das Kulturmagazin steht das Porträt „Elīna Garanča – Die scheue Diva“ (23.15 Uhr) auf dem Programm.

150 Jahre „Who is Who“: Beeindruckende Operngeschichte
Richard Wagner war an der Hofoper mit seinem „Lohengrin“ und „Tannhäuser“ zu Gast, während Giuseppe Verdi hier in Ohnmacht fiel und dadurch Publikum wie Presse in Aufregung versetzte. Andere Klassik-Legenden wie Gustav Mahler, Richard Strauss oder Herbert von Karajan leiteten als Direktoren die Geschicke des Wiener Opernhauses, in dem Sängergrößen wie Enrico Caruso, Nicolai Ghiaurov, Maria Callas, Agnes Baltsa, José Carreras, Plácido Domingo oder Anna Netrebko umjubelte Premieren feierten. Edita Gruberova oder Johan Botha wurden hier gar entdeckt. Kurz: Das „Who is Who“ der Opernwelt war und ist hier gern zu Gast. Nicht umsonst gilt die heutige Wiener Staatsoper weltweit als einer der bedeutendsten Kulturbetriebe. Dabei hat die Erfolgsgeschichte mit allerlei Zweifel und einem handfesten Skandal begonnen. Der „kulturMontag“ wirft einen Blick zurück.

Das „Virus“ Oper: Eine grenzenlose Leidenschaft
Auf der Opernbühne wird geliebt, gemordet und gesungen, mit allem, was Lungen, Herz und Seele hergeben: Eine Kunstform, die Künstlerinnen und Künstlern vollen Körpereinsatz und oftmals jede Faser ihres Seins abverlangt; eine Leidenschaft, die sich von der Musik auf Ausführende und Publikum überträgt. Die Opernliebe – sei es auf der Bühne, hinter den Kulissen oder im Zuschauerraum – ist in all ihren Spielarten ein hochansteckendes Virus, das Befallene zu Höchstleistungen und absoluter Hingabe motiviert. Stehplatz-Besucher/innen, Statistinnen, Statisten und Sammler/innen zählen wohl zu einer außergewöhnlichen Spezies, die dieser Leidenschaft oft seit Jahrzehnten mit Hingabe und in unterschiedlichen Spielarten frönen. Was aber ist es, das ganz normale Zeitgenossen so in den Bann zieht, dass ein Leben ohne Oper zwar möglich, aber nicht erstrebenswert ist? Der „kulturMontag“ begibt sich auf Spurensuche.

Glamouröser Jubiläumsreigen mit u. a. „Frau ohne Schatten“
Mit jeder Menge Glanz und Glamour will die Wiener Staatsoper nun ihr 150 Jahr Jubiläum feiern. Für den Auftakt am 20. Mai hat sich Direktor Dominique Meyer Formidables ausgedacht: Primadonna Assoluta Anna Netrebko singt gemeinsam mit ihrem Mann Yusif Eyvazov in Umberto Giordanos erfolgreicher Revolutionsoper „Andrea Chénier“. Das Traumpaar der Opernwelt wird anschießend an die Vorstellung von Martin Traxl live vor Publikum aus dem Schwind-Foyer begrüßt. Der prachtvolle Pausenraum, den der österreichische Maler Moritz von Schwind in spätromantischem Stil mit Szenen aus Mozarts „Zauberflöte“ gestaltet hat, wurde erst vor Kurzem und rechtzeitig für die Jubiläumsfeierlichkeiten aufwendig renoviert. Auch heute noch dient er als Ruhmeshalle des Wiener Operntheaters. Einer dieser Helden ist zweifelsohne Richard Strauss. Er brachte vor genau 100 Jahren hier seine „Frau ohne Schatten“ zur Uraufführung. Zur Festwoche dirigiert der unumstrittene Klangästhet Christian Thielemann die Neuinszenierung, mit Nina Stemme und Camilla Nylund in luxuriöser Besetzung. „Der „Zauberer am Pult“, der mit der Originalpartitur arbeitet, ist in der Sendung ebenso zu Gast wie Opernikone Christa Ludwig, für die die Partie der „Färberin“ aus „Frau ohne Schatten“ nur eine von 42 Rollen als Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper war. Mit ihren 91 Jahren zählt die Kammersängerin zu den „Urgesteinen“ des Hauses und weiß wohl wie keine andere jede Menge Geschichten und G’schichterln zu erzählen.

Dokumentation „Elīna Garanča – Die scheue Diva“ (23.15 Uhr):
Elīna Garanča ist seit Langem eine der führenden Mezzosopranistinnen der Welt, die für ausverkaufte Opernhäuser sorgt. Die vergangenen Jahre haben den in Lettland geborenen Opernstar allerdings auf eine neue Ebene gehoben. Mehr denn je genießt Garanča die Blüte ihrer wunderbaren Stimme und erobert kraft ihrer Persönlichkeit das internationale Publikum stets aufs Neue. Die 2018 entstandene Dokumentation von Agita Cāne-Ķīle begleitet die Sängerin nach New York, wo sie Abschied von der Rolle des Octavian im „Rosenkavalier“ nimmt. In München bereitet sie sich auf die Titelrolle in Donizettis „La favorite“ vor und in Göttweig genießt sie Momente des Schweigens während eines Konzerts im Rahmen des Festivals „Garanča and Friends“. Im Film reflektiert sie über ihr Leben zwischen ihrer Heimat Riga und ihrem Domizil in Málaga.