Der Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland (KDG) verhandelt mit RTL und Pro Sieben Sat 1 über eine Verbreitung der HDTV-Kanäle im KDG-Netz. „Kabel Deutschland befindet sich in Gesprächen mit beiden privaten Sendergruppen bezüglich einer vertraglichen Vereinbarung zur Einspeisung ihrer HDTV-Angebote ins Kabelnetz“, sagte KDG-Chef Adrian von Hammerstein den „VDI Nachrichten“ (Ausgabe vom12. März), ohne weitere Details zu nennen. Mehr könne er dazu im Moment nicht sagen.

Seit Februar speist der Netzbetreiber Das Erste HD, ZDF HD und Arte HD ein – allerdings nur in den ausgebauten Netzbereichen (DM berichtete). Aktuell sind 80 Prozent des KDG-Netzes modernisiert, 2010 sollen weitere Anschlüsse modernisiert werden. „Allerdings: Es wird immer vereinzelte Teilnetze geben, deren Aufrüstung nicht wirtschaftlich wäre“, räumte von Hammerstein ein.

Einer Analogabschaltung erteilte er eine Absage. „Unsere Kunden werden auch über 2012 hinaus weiterhin die Wahlfreiheit haben zwischen analogem und digitalem Fernsehempfang“, sagte er dem Blatt. Kapazitäten seien ausreichend vorhanden, ein technisch bedingter Zwang zum analogen Switch-off bestehe daher nicht. Nach letzten Zahlen nutzen lediglich rund 30 Prozent der Kabelnutzer digitales Fernsehen, Kritiker führen dies vor allem auf die Verschlüsselung der privaten Digital-Sender zurück, die analog dagegen frei empfangbar sind. Auch kann von einer freien Boxenwahl derzeit keine Rede sein – der Kabelnetzbetreiber schreibt mit seiner Zertifizierungspolitik vor, welche Geräte sich im Netz von Kabel Deutschland zum Empfang von verschlüsselten Programmen eignen. Für beide Fälle prüft das Bundeskartellamt, ob dies zulässig ist (DM berichtete). Auch existiert kein offizielles CA-Modul (Version 1.0) für den Empfang in den KDG-Netzen, Kabel-Receiver mit herkömmlicher CI-Schnittstelle bleiben also bei der KDG für die Decodierung von Kabel Digital Home oder Sky außen vor. Für Fernseher mit integriertem Digitalempfang hatte Kabel Deutschland bereits im vorigen Jahr ein CI+-Modul angekündigt. Noch im ersten Halbjahr, so von Hammerstein, werde die KDG ein solches Modul anbieten.