Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat am Dienstag die Vorfreude auf das hochauflösende Fernsehen in Deutschland getrübt.

Kritikpunkt: Der Empfang hochauflösender Programme sei nur mit speziellen Zusatzgeräten zu realisieren. Darüber hinaus müssten Kunden der umstrittenen "HD+"-Plattform von SES Astra nach dem ersten Jahr 50 Euro berappen, außerdem seien die Zuschauer technischen Gängelungen ausgesetzt, wenn sie die HD-Vari*ante der großen Privatsender auf einen Festplattenrecorder aufzeichnen wollen. Diese unterbieten das Vorspulen von Aufnahmen.

Das größte HDTV-Angebot gebe es derzeit für Satelliten-Kunden. Die brauchten allerdings einen HD-fähigen Sat-Receiver oder eine spezielle "HD+"-zertifizierte Box. Der Verbraucherschützer kritisierten, dass die meisten derzeit auf dem Markt befindlichen HD-Sat-Empfänger nicht für den Empfang der "HD+"-Sender geeignet seien.

Kabelkunden in Nordrhein-Westfalen könnten vorerst nur ARD, ZDF und Sky Sport in HD-Qualität empfangen. Auch wenn einige Elektromärkte in ihrer Werbung immer wieder auf HDTV-Empfänger für DVB-T verwiesen, so müssten sich Zuschauer diesbezüglich keine Gedanken machen. In Deutschland ist der Empfang von HD-Sendern über DVB-T-Antennen nicht möglich.

Interessierte, die über das Internet hochauflösende Programme empfangen wollen, warnten die Verbraucherschützer ebenfalls: Für das IPTV-Angebot "Entertain" der Deutschen Telekom seien ein DSL-Anschluss mit einer Mindestbandbreite von 25 Megabit pro Sekunde und eine HD-fähige Box erforderlich.

ARD und ZDF starten mit Beginn der Olympischen Winterspiele in Vancouver am 12. Februar den HDTV-Regelbetrieb.