Der Satellitenbetreiber SES Astra will Wort halten und im kommenden Jahr sogenannte "Legacy-CAMs" für den Empfang der hochauflösenden "HD+"-Satellitenausstrahlungen von RTL und ProSiebenSat.1 auf älteren Common-Interface-Receivern ausliefern.
"Das entsprechende Modul für HD+ wird voraussichtlich im Frühjahr 2010 erhältlich sein und inklusive einer HD+ Karte geliefert. Der Preis wird unter 100 Euro liegen", teilte das Tochterunternehmen HD-Plus am Dienstag in Unterföhring mit. Allerdings soll der Empfang der grundverschlüsselten Ausstrahlungen nicht auf allen Geräten möglich sein, sondern nur auf "einigen bereits im Markt befindlichen HDTV-Receivern mit herkömmlicher CI-Schnittstelle" funktionieren.
Grund für die Einschränkung ist, dass Empfangsgeräte mit einem von HD Plus zu zertifizierenden Software-Update auf die Nutzung vorbereitet werden müssen. Welche Modelle und Hersteller sich diesem Prozedere unterziehen, solle zeitnah auf der offiziellen HD+ Website bekanntgegeben werden, hieß es. In der Vergangenheit hatten unter anderem Humax, Kathrein, SL, Comag, Opticum, Triax und Technotrend Görler entsprechende Aktualisierungen für Bestandsgeräte angekündigt, Technisat nahm wegen der von RTL vorgesehenen Aufnahmesperren von einer Unterstützung wieder Abstand.
Aktuell sind die Informationen von SES Astra noch nicht auf dem aktuellen Stand. Auf HD-Plus.de heißt es im Servicebereich: "Bestehende Receiver mit CI Schnittstelle sind zur Zeit jedoch nicht für HD+ geeignet. Die Sender, Hersteller und HD+ sind bemüht, auch diese Receiver für HD+ Funktionalitäten aufzurüsten. Hierzu laufen noch Gespräche."
Fest steht bereits jetzt, dass die Common-Interface-Lösungen im Gegensatz zu "HD+"-zertifizierten Empfängern die Aufzeichnung von RTL-HD, Vox-HD sowie Kabel1-HD und dem im Januar startenden Angeboten ProSieben-HD und Sat.1-HD Aufnahmen auf Festplatte generell unterbinden werden. Auch auf offiziellen "HD+"-Boxen wird der schnelle Vor- und Rücklauf bei diesen Sendern blockiert, um das Überspulen von Werbepausen zu unterbinden. Astra hatte das Legacy-CAM in der Vergangenheit als "Übergangslösung" bezeichnet.
Aufgrund dieser und ähnlicher technischer Restriktionen sowie der nach zwölf Monaten erhobenen Jahreszahlung in Höhe von 50 Euro, die Astra als "Infrastrukturgebühr" verquast und eine Definition als Bezahlfernsehen ablehnt, steht "HD+" bei Verbraucherschützern und Zuschauern seit dem Start am 1. November in der Kritik.




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